Neue Sorghumsorten - nur Kompromisse in Sicht? |
16.12.2009 | Versenden | Druckversion | |
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Sorghum als Biomasselieferant hat sich im Süden Deutschlands bereits fest etabliert. Im Norden und in den Höhenlagen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die zurzeit verfügbaren Biomasse-Typen noch nicht genug an das raue Klima angepasst sind. Zwar konnten in Einzeljahren gute Ergebnisse erzielt werden, wie zum Beispiel in Schleswig-Holstein, wo die Sorte Goliath 2009 mehr als 26 Tonnen Trockenmasse (TM) bei über 25 % Trockensubstanz lieferte. Aber solche Leistungen sind nicht Standard. Ertraglich hat die Pflanzenzüchtung allerdings Verbesserungen erreicht, so dass 2009 eine neue Sorte Sorghum bicolor x bicolor ins Rennen geschickt wurde.
Zurzeit sind nur Kompromisse möglich Besonders auf trockenen Standorten spielt Sorghum seine Vorteile gegenüber Mais aus. Wie die Ergebnisse aus Thyrow zeigen, ist hier die neue Sorte Herkules überlegen. Leicht höheren TS-Gehalten bei der Ernte konnten hier mit einem Mehrertrag an Trockenmasse von 10 dt/ha kombiniert werden (s. Abb. 1). Interessant waren auch einige Körnersorghumtypen, die zwar etwas später als Bovital waren, aber deutlich höhere TM-Erträge vorweisen konnten. Ob diese Körnertypen durch eine ausreichende Einlagerung von Stärke in der Rispe auch einen Mehrertrag an Methan erbringen, muss allerdings noch durch batch-tests geklärt werden.
An Standorten mit mehr Wasserverfügbarkeit zeigten andere Genotypen zwar noch höhere TM-Erträge, allerdings wieder zu Lasten niedrigerer TS-Gehalte bei der Ernte. Herkules ist auch hier der beste Kompromiss zwischen relativ zügiger Abreife und hohen TM-Erträgen (s. Abb. 2).
Dr. Joachim Moeser
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