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Schwankende Dünger- und Kraftfutterpreise haben zu einer Rückbesinnung auf die Futterleguminosen und insbesondere auf den Rotklee geführt. Mit Rotkleegras sind eine Produktion von proteinreichem Grundfutter sowie eine Reduzierung der Stickstoffdüngung möglich.  

Durch die Stickstofffixierung in den Knöllchenbakterien kann der Rotklee fast ohne Stickstoff-Düngung angebaut werden und versorgt zusätzlich das Weidelgras in der Mischung mit Stickstoff. Das Rotkleegras weist in der Silage bessere Rohproteinqualitäten sowie höhere Rohproteinanteile (16-20 %) als reines Ackergras (16-18%) auf. In der Ration muss demnach weniger Rohprotein zugesetzt werden und der Kraftfutterzukauf kann reduziert werden. Im Gegensatz zu Mais werden Rotkleegrasbestände mehrjähriggenutzt, wodurch sich die Kosten für die Etablierung des Bestandes erheblich vermindern.

Passt Rotkleegras auf meinen Betrieb?
Rotklee kann durch seine lange Pfahlwurzel kurze Trockenphasen gut überstehen, passt aber dennoch besser in Regionen mit ausreichen Niederschlag besonders in den Sommermonaten (Jahresniederschlag >550mm). Gerade mittlere bis schwere Böden mit pH 6 und höher sind optimal. Verdichtungen und Vernässungen liegen dem Rotklee nicht. Rotklee kann sich nicht wie Weißklee durch Kriechtriebe oberirdisch ausbreiten, weshalb eine sorgfältige Saatbettbereitung und ein guter Feldaufgang maßgeblich für den Erfolg der 2-3-jährigen Kultur sind. Weiterhin ist Rotklee empfindlich gegen Tritt, weshalb eine Beweidung nicht zu lange/intensiv erfolgen sollte.

 



Bild: Vergleich Weiß- und Rotklee

Rotkleegras kann als Blanksaat zu Vegetationsbeginn oder im August mit 40 kg/ha in 1-2 cm Saattiefe erfolgen. Der Saattermin im August hat den Vorteil, dass der Bestand im folgenden Jahr bereits zum 1. Schnitt hohe Erträge bringt. Eine Ansaat unter den Deckfrüchten Grünroggen oder Getreide ist ebenfalls möglich. Die Untersaat kann zu Vegetationsbeginn mit 20 kg/ha erfolgen. Die Saatstärke der Deckfrucht sollte um ~30% reduziert werden, um dem Rotkleegras genügend Luft zum etablieren zu geben.

Welche Mischung ist die richtige?
Um das Potential des Rotklees hinsichtlich Ertrag und Qualität optimal auszunutzen eignen sich besonders mittlere bis späte Deutsche Weidelgräser als Mischungspartner. So fällt der optimale Schnittzeitpunkt zum Ährenschieben der Gräser und Blühbeginn des Rotklees zusammen. Im Gegensatz zum Welschen Weidlegras lässt das Deutsche Weidelgras dem Rotklee ausreichend Platz zum Etablieren, so dass die Mischung 2-3 Jahre optimal genutzt werden kann. In der Saatgutmischung Tetrasil-Acker Rotklee wurden diese Punkte beachtet. Der Rotklee ATLANTIS weist besonders gute Gesundheit und hohe Rohproteingehalte auf. Er wurde mit diploiden und tetraploiden leistungsfähigen Deuschen Weidelgräsern aus den Reifegruppen mittel bis spät kombiniert.

 



 

Was ist bei Düngung und Schnitt zu beachten?
Durch den hohen Leguminosenanteil bringt Tetrasil-Acker Rotklee bei geringer Düngung gute Erträge. Nach einer Anfangsdüngung zu Vegetationsbeginn bzw. nach der Ernte der Deckfrucht (mineralisch oder Gülle) kann auf weitere N-Düngung verzichtet werden. Anzustreben ist ein Kleeanteil von 30-35%. Durch die N-Düngung kann der Kleeanteil gesteuert werden. Im zweiten Nutzungsjahr sinken die Kleeanteile häufig ab, dies muss dann bei der Düngung berücksichtigt werden. Wichtig für Rotkleegrasbestände ist eine ausreichende Versorgung mit Grundnährstoffen, um die Funktion der Knöllchenbakterien sicherzustellen.

Nährstoffbedarf von Ackergras/Kleegras/Luzernegras bei Ertragsstufe 3= 105 dt TM/ha*Jahr und Versorgungsstufe C in kg/ha (Richtwerte für die Düngung, LWK SH 2006)

P2O5

50-105

K2O

140-280

MgO

40-80

 

 



Bild: niedrige Düngungsstufe Gras/Rotklee


Wie viele Schnitte braucht Rotkleegras?
Rotkleegras kann in 3-4 Schnitten/Jahr genutzt werden. Der letzte Schnitt sollte vor Anfang Oktober erfolgen, um dem Rotklee ausreichend Zeit vor Winter zu geben. Ein 4-Schnittregime hat bei Rotkleegras keine Ertragsvorteile gegenüber einem 3-Schnittregime gegeben. Aufgrund der höheren Maschinenkosten bei mehr Schnitten sollten deshalb nur 3 Schnitte pro Jahr angestrebt werden. Die Trockenmasseerträge von Rotkleegras entsprechen den Erträgen eines mit 200-250 kg N/ha gedüngten Ackergrasbestandes. Rotkleegras wird angewelkt und mit 35-40% TM siliert und weist Rohproteingehalte von 18% auf. Durch die Kombination von Rotklee mit Weidelgräsern verbessert sich die Silierbarkeit. Rotklee weist solo eine hohe Pufferkapazität auf. Durch den hohen Proteingehalt im Rotklee wird im Silierprozeß gebildete Milchsäure abgepuffert, so daß der pH-wert nicht zügig absinkt. In der Mischung mit Weidelgräsern wird durch den Zuckergehalt der Gräser dieser Prozeß überlagert und eine ausreichende pH-Wert Absenkung wird problemlos erreicht. So kann qualitativ hochwertige und stabile Silage erzeugt werden.

Zu den positiven futterbaulichen Aspekten von Rotkleegras kommen weitere Vorteile dazu:

Durch die negative Stickstoff-Bilanz des Rotkleegrases (es wird mehr Stickstoff mit der Silage abgefahren, als gedüngt) wird die gesamt N-Bilanz in der Fruchtfolge deutlich entspannt. Der hohe Vorfruchtwert steht der Folgefrucht zur Verfügung und es können bis zu 200 kg N/ha angerechnet werden. Zusätzlich fördert der Anbau von Rotkleegras die Humusbildung und dient durch die durchgehende Begrünung und tiefe Durchwurzelung dem Erosions- und Bodenschutz.

C. Weimar


Stand: 07.01.2009

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