|  Newsletter        english  |  русский

    
 

Spätsaaten Winterweizen

  14.10.2009   Versenden | Druckversion


Ergiebige Niederschläge unterbrechen vielerorts die Mais- und Hackfruchternte, die Aussaattermine verschieben sich nach hinten. Welche Sorten können jetzt noch gedrillt werden und wie ist die Saatstärke anzupassen?

Spätsaattolerante Sorten (Abb.1)

Hybridweizen ist zum jetzigen Zeitpunkt mit Ausnahme sehr milder Tallagen nicht mehr wirtschaftlich. Die Ertragsüberlegenheit - auch bei Spätsaaten - reicht nicht aus, Saatstärken von 250-300 Kö/m² zu finanzieren,  das wertvolle Saatgut sollte besser überlagert werden.



Dagegen gibt es eine ganze Reihe von Liniensorten die sich in Versuchen und in der Praxis als ausgesprochen spätsaatverträglich erwiesen haben. Als überraschend spätsaattolerant hat sich in den letzten beiden Jahren MULAN erwiesen, sofern er vor Vegetationsruhe sicher mit dem Vierblattstadium den Bestockungsbeginn erreicht. Die Saatstärken  sollten unter diesen Bedingungen jedoch deutlich angehoben werden, damit die Sorte die notwendige Bestandesdichte erreicht. Bei den sehr vitalen Sorten KREDO und SKAGEN empfehlen sich moderatere Saatstärkenzuschläge, zumal beide Sorten als eher langtagbetonte Typen im zeitigen Frühjahr noch kräftig bestocken. Unschlagbar bei sehr späten Aussaaten ist der A-Weizen AKRATOS, zumal diese frohwüchsige, frühe Sorte nach Körnermais auch noch eine ausgezeichnete Fusariumresistenz (Note 3!) mitbringt.

In Regionen mit häufigen Trockenperioden im Vor- und Frühsommer kommt spätgesäter Winterweizen aufgrund der stark abfallenden Nebentriebsleistung rasch an seine Grenzen. Die wertgeprüften Strube-Wechselweizen WeW® THASOSETHOS oder MELISSOS kommen als tagneutralere Formen mit einer kürzeren Vegetationszeit besser zurecht. Der große Vorteil: Bei ungünstigen Bestellbedingungen im Herbst können diese Sorten flexibel bis Anfang April gedrillt werden.

Hybridroggen und auch Triticale können in den Maisregionen Nordwestdeutschlands problemlos bis Ende Oktober bestellt werden, bei guten Bestellbedingungen auch noch Anfang November. Bei der Sorte ASKARI sollten dann aber wenigsten 280 – 300 Körner fallen, bei MINELLO reichen 20 – 30 Kö/m² weniger für leistungsstarke Bestände.


Saatstärken bei Spätsaaten (Abb.2)
Bei der Bemessung der Saatstärke ist gerade bei Spätsaaten die zu erwartende Bestockungsszeit  bis zum Einsetzen des Langtags im April entscheidend.  Entsprechende Saatstärken sind in Abbildung 2 für verschiedene Anbauregionen und Saatzeiten abgeleitet. Dabei ist im Einzelfall natürlich auch die Qualität des Saatbetts, die Drilltechnik und die Vorfrucht zu berücksichtigen, die zu einer noch weitere Spreizung der Saatstärken führen können.





Hinsichtlich der Sorte ist deren Ertragsstruktur zu berücksichtigen, das Wuchsverhalten als Resultat der photoperiodischen Reaktion in Zusammenhang mit dem Vernalisationsverhalten und schließlich auch die Gefahr von Pflanzenverlusten (Winterhärte). Entsprechende Sortendifferenzierungen in der Saatstärke sind aus  Abbildung 1 abzuleiten, jedoch nicht über zu bewerten. Denn erfolgreichen Sorten haben sich in Züchter-, Wertprüfungs- und Landessortenversuche über hunderten unterschiedlicher Umwelten bewährt. Genotypen mit ganz spezifischen Ansprüchen beispielsweise an die Saatstärke finden aus diesem Grund kaum Eingang in die Praxis – und das ist gut so!

Von allen genannten Sorten steht Zertifiziertes Saatgut zur Verfügung, zu regionalen Besonderheiten gibt der Außendienst der Saaten-Union Auskunft.

 

Sven Böse

 

 

 


 

 

 

 





Sorte Direkt


Ihre PLZ  
Dipl.-Ing. agr. Franz Unterforsthuber Dipl.-Ing. agr. (FH) Martin Munz Dipl.-Ing. agr. Ernst Rauh Landwirtschaftsmeister  Achim Schneider Dipl. Agr.-Ing. Friedhelm Simon Dipl.-Ing. agr. (FH) Klaus Schulze Kremer Dipl.-Ing. agr. (FH) Winfried Meyer-Coors Dipl.-Ing. agr. Andreas Henze Dipl.-Ing. agr. Andreas Göbel Dipl.-Ing. agr. (FH) Reiner Bornberg Dipl. Ing. (FH) Karl-Heinrich Heuer Dipl.-Ing. agr. Walter Reinländer Agr.-Ing. Lutz Liebold  Stefan Hesse










© 2010 Saaten Union. Alle Rechte vorbehalten - CMS+Betreuung: stichnoth.net - Impressum
608ms