Im Vergleich zu Sommerungen bleibt Mais Favorit |
15.10.2008 | Versenden | Druckversion | |
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Da Mais inzwischen in nahezu allen Regionen Deutschlands in bedeutendem Umfang angebaut wird, müssen sich andere Sommerkulturen in erster Linie mit dieser Fruchtart messen. Preise für Körnermais als leicht handelsfähige Ware sind zuverlässiger zu ermitteln als für Silomais. Dr. Herbert Funk, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hat seine Vergleichsrechnung zu den Sommerkulturen deshalb auf Körnermais bezogen. Wegen der überraschend hohen Getreideernte kamen die Futtergetreidepreise im Sommer 2008 unter erheblichen Preisdruck. Das wirkte sich auch auf den Körnermaismarkt aus. Ende August war für Oktober 2008 mit Körnermaispreisen je nach Region von etwa 170-180 €/t zu rechnen. Zur gleichen Zeit lagen die Terminkurse von Weizen und Mais und damit die allgemeine Preiserwartung für Herbst 2009 um 5-10 €/t über denen für Herbst 2008. Braugerste mindestens 1 €/dt über Körnermais
Dabei ist ein Ertrag von 90 dt/ha für Körnermais und von 50 dt/ha für Sommergerste unterstellt. Für Sommergerste wurde zu 80 % Braugerste- und zu 20 % Futtergerstequalität (40 €/t weniger Erlös) angenommen. Mit dieser Aufteilung soll nicht nur dem Sortierabgang, sondern besonders auch dem Risiko Rechnung getragen werden, dass in manchen Jahren überhaupt keine Braugerstequalität erreicht wird. Wenn es gelingt, mit einem Beregnungsaufwand von 100 €/ha einen Mehrertrag von 10 dt/ha zu erzielen, kann auch ein um einige €/t niedrigerer Braugersteerlös zur Wettbewerbsfähigkeit reichen. Bei stark erhöhten Kosten der Beregnung ist das aber nur in günstigen Fällen möglich. Hohe Trocknungskosten begünstigen Sommergetreide Welche Preise für die übrigen in Betracht kommenden Sommerkulturen notwendig sind, wenn sich der Maispreis verändert, ist aus der Abb. 1 zu entnehmen.
Die zur Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Körnermais erforderlichen Mindestpreise erhöhen sich im Falle von um 20 % niedrigeren Energiekosten damit entsprechend. Bei Leguminosen auch den Vorfruchtwert berücksichtigen Erbsen können bei einem Preis von über 205 €/t konkurrieren, wenn ihnen ein Vorfruchtwert von 150 €/ha (50 kg/ha N-Einsparung und 4 dt/ha Mehrertrag bei der Folgefrucht) zugutegehalten wird. Aufgrund des geringen Anbaus ist es in vielen Regionen leider nicht immer möglich, verlässliche Preise zu ermitteln. Die wenigen verfügbaren Informationen über Erbsenpreise frei Lager bewegen sich zwischen 200 und 230 €/t. Im ökologischen Landbau dürften Erbsen und andere Körnerleguminosen ihren Stellenwert ohnehin behalten.
Wenn die Preisrelationen der wichtigsten Sommerkulturen bis zum kommenden Frühjahr so bleiben, wäre davon auszugehen, dass der Maisanbau erneut zulegen kann und die anderen Kulturen eher wieder Anbaufläche verlieren werden. Besonders bei nachgebenden Energiepreisen, werden im Anbaujahr 2009 zum Teil höhere Erzeugerpreise für Sommergerste, Hafer und Erbsen erforderlich sein, um mit dem Maisanbau mithalten zu können. Denn entsprechend geringere Trocknungskosten würden den Körnermais überproportional begünstigen. Bei Silomais wirken sich sinkende Energiepreise kaum aus, auch weil die Nachfrage sowohl aus dem Futtersektor als auch aus dem Biogasbereich weitgehend konstant bleiben wird. Dr. Herbert Funk |
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