Intensiver Weizenanbau in Trockenlagen |
13.06.2008 | Versenden | Druckversion | |
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In Mecklenburg-Vorpommerns Küstennähe sind Winterweizenerträge von 90-100 dt/ha mittlerweile eher die Regel denn die Ausnahme. Der maritime Einfluss der Ostsee, verstärkte Taubildung im Frühjahr und oft gute Böden rechtfertigen hier höhere Intensitäten. Im Binnenland ist die Situation eine ganz andere: geringe Bodenbonitäten, Jahresniederschläge von ca. 400 mm bei ungünstiger Verteilung. Wasser ist hier schon heute der ertragsbegrenzende Faktor Nummer eins. Und dies wird sich im Zuge des Klimawandels noch verstärken. Wie entschärfen Praktiker diese Situation, wo gibt es noch Optimierungsbedarf? Andreas Göbel, Fachberater aus Mecklenburg-Vorpommern, berichtet aus der Praxis. Vorwinterentwicklung Zwar sind die positiven Ertragseffekte der an den Genotyp angepassten früheren Saatzeiten und niedrigen Saatmengen unumstritten und mehrjährig nachgewiesen. Doch diese Entwicklung in Grenzbereiche der Frühsaat hat auch negative Folgen: Der Befall von Blattläusen und Wurzelnematoden steigt, die Winterfestigkeit wird bei überwachsenen Beständen oft ausgereizt, Gräser können bei Pflugverzicht schnell zum Problemungras werden. Drilltechnik ist bei geringen Saatstärken gefordert Erste Saatstärkeversuche zeigten die enorme Vitalität nicht nur in der Bestockungsleistung (Abb. 1) sondern auch besonders in der Wurzelentwicklung im Stoppelweizensegment.
Problematisch war die Präzision der Drilltechnik bei den geringen Saatstärken hinsichtlich Ablagetiefe und vor allem Verteilung in der Reihe. Herkömmliche Drillmaschinen werden in der Regel mit Saatstärken von 300 bis 400 Kö./m² geprüft. In der Praxis werden jedoch Saatstärken bei Hybridweizen von 100 Kö./m² favorisiert. Hier geraten fast alle Drillmaschinen in Grenzbereiche zufriedenstellender Ablagegenauigkeiten. Schon beim Abdrehen der Drilltechnik ergeben sich Probleme, da oft mehr Körner fallen als berechnet. Bei abgedrehten 50 Kö./m² sind mind. 33 Körner mehr gefallen (166 %) bei 200 Kö./m² mindestens 38 Kö./m² (119 %). Die Treffgenauigkeit wird bei geringeren Saatstärken deutlich geringer.
Zunehmende Fahrgeschwindigkeit (schnell = 16 km/h und langsam = 8 km/h) hat sich dabei nur unwesentlich auf eine Saatstärkeerhöhung ausgewirkt. Optisch waren die mit höherer Geschwindigkeit gedrillten Bestände sogar besser verteilt.Der Zugewinn einer Einzelkornsaat bei Winterweizen bleibt umstritten. Die wesentlich teurere Getreideeinzelkorndrilltechnik mit eingeschränkter Flächenleistung wurde von der Praxis nicht angenommen.Wenn in niederschlagsarmen Gebieten das letzte verfügbare Wasser verbraucht ist, hilft auch die beste Standraumzumessung nicht. Wurzelvitalität und Fitness der Bestände vor und nach Winter sind da entscheidender.
Frühsaaten nie ungebeizt So geschützte Bestände, insbesondere im Stoppelweizenbereich, bilden oft mehr Bestockungstriebe und ein besseres Wurzelsystem aus. Im Jahre 2007 auf sechs Standorten initiierte Beizversuche brachten darüber hinaus noch weitere Anregungen für weiterführende Versuche: Auf früh und mit weniger als 150 Kö./m² gesäten Beständen war in Vorpommern 2006/2007 in der Regel mehr Blattlauszuflug zu verzeichnen. Der mit dem Pflanzenschutzdienst Greifswald durchgeführte Beizversuch auf dem Standort Helmshagen bestätigte die Praxisbeobachtungen für Dünnsaaten. Die Variante mit 75 Kö./m² wurde deutlich stärker frequentiert. Lückige Bestände locken ähnlich wie aus dem Zuckerrübenanbau bekannt, die Blattläuse stärker an.
Fazit Die Aufgabe der Züchter ist es, Sorten mit Frühsaateignung, Wüchsigkeit im Herbst, Saatstärkenflexibilität und auch Stoppelweizeneignung zur Verfügung zu stellen. Diese Eigenschaften müssen sich auch in der Praxis bewähren, weshalb eine Vorauswahl VOR der Sortenzulassung in Praxisbetrieben erfolgen sollte. Diese Vorgehensweise hat sich bei der SAATEN-UNION bestens bewährt. Andreas Göbel |
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