Um den Durumbedarf in Deutschland zur Herstellung hochwertiger Teigwaren und Grieß zu decken, wird der größte Teil der benötigten Menge von ca. 330.0000 t importiert.
Durum kann daher durchaus eine interessante Alternative bei den Sommerungen darstellen, wenn der Absatz - zum Beispiel über Vertragsanbau - geregelt ist.
Durum – der spezielle Weizen
Durum weist einen hohen Klebergehalt auf, daher wird die Stärke rel. stark gebunden und kann beim Kochen nicht so schnell ausgeschwemmt werden. Auch ist der Kleber wenig quellfähig. Für die Herstellung von Grieß und Teigwaren wie Nudeln, Spaghetti etc. ist dies ein großer Vorteil.

In typischen Weizenanbaugebieten ist Durum dem Sommerweichweizen ertraglich meist unterlegen, aber in Trockengebieten kann er ebenso hohe Kornerträge bringen. Es empfiehlt sich ein vertraglich abgesicherter Anbau.
Durumanbau in Stichworten
Standort:
- bevorzugt weizenfähige, leicht erwärmbare Böden, da hoher Bedarf an Keimtemperatur.
- Leistungsfähig auch auf leichteren Standorten, wenn in der kurzen vegetativen Phase der Feuchtigkeitsbedarf gedeckt ist.
- Sehr kalte Böden gewährleisten häufig keine rechtzeitige Aussaat.
Fruchtfolge:
- günstige Stellung nach Blattfrucht
- Kein Weizen oder Mais als Vorfrucht
Saat:
- nur zertifiziertes Saatgut verwenden (garantierte Triebkraft)
- frühe Saat
- 2,5-3,5 cm Ablagetiefe
- 350 – 400 Körner / m² bei günstigen, 400 - 450 Kö/m² bei ungüstigen Bestellbedingungen
N-Düngung:
Je nach Bodenvorrat und Ertragsziel insgesamt 120 - 160 kg N/ha.
Optimal ist eine Aufdüngung auf 120 Kg N/ha nach Nmin zur Saat, gefolgt von ca. 40 kg/ha zum Schossbeginn zur Vermeidung der Triebredukltion. Um den geforderten RP-Gehalt von 14,5 % zu erreichen, sind ab EC 39 40 - 70 kg N/ha als Spätgabe einzuplanen - je nach Nachlieferung und Ertragserwartung.Wachstumsregulatoren:
- der WR-Bedarf ist außer bei standfesten Kurzstrohdurumsorten wie Kombo relativ hoch. Es besteht keine Zulassung, der Einsatz ist jedoch möglich im Rahmen einer Genehmigung gemäß § 18a oder § 18b Pflanzenschutzgesetz.
- z.B. 0,2 - 0,3 l/ha Moddus (solo) in EC 31 - 37
Herbizideinsatz:
- Durum hat eine rel. geringe Konkurrenzkraft, eine Unkrautbekämpfungsmaßnahme ist daher fast immer notwendig und wirtschaftlich.
Fungizideinsatz:
- sortenbedingt unterschiedliche Krankheitsanfälligkeiten
- Standortgegebenheiten sind immer zu berücksichtigen
-
Anwendungsbeispiel:
EC 32: halmbruchwirksames Fungizid
EC 39: Breitbandfungizid mit sehr guter Dauerweirkung
EC 49: Azol mit Strobilurinfungizid
Anforderungen an das Erntegut:
- gesunder, arteigener Geruch
- 14,5% Feuchtigkeit
- 78 kg/hl Naturgewicht
- mind. 75% Anteil glasiger Körner
- mind. 14,5 % Protein
- FZ mind. 220
- max. 12% nicht einwandfreier Hartweizenkörner
- max. 8% Dunkelfleckigkeit
Zu späte Ernte fördert die Rückbildung glasiger Körner, Vollreife ist daher der optimale Druschtermin.

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