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  Sommerweizen

Sommer-/Wechselweizen



Hartweizen (Triticum durum) - lukrative Nischenkultur für Spezialisten

  12.11.2008   Versenden | Druckversion


Um den Durumbedarf in Deutschland zur Herstellung hochwertiger Teigwaren und Grieß zu decken, wird der größte Teil der benötigten Menge von ca. 330.0000 t  importiert.
Durum kann daher durchaus eine interessante Alternative bei den Sommerungen darstellen, wenn der Absatz - zum Beispiel über Vertragsanbau - geregelt ist.

Durum – der spezielle Weizen
Durum weist einen hohen Klebergehalt auf, daher wird die Stärke rel. stark gebunden und kann beim Kochen nicht so schnell ausgeschwemmt werden. Auch ist der Kleber wenig quellfähig. Für die  Herstellung von Grieß und Teigwaren wie Nudeln, Spaghetti etc. ist dies ein großer Vorteil.

In typischen Weizenanbaugebieten ist Durum dem Sommerweichweizen ertraglich meist unterlegen, aber in Trockengebieten kann er ebenso hohe Kornerträge bringen. Es empfiehlt sich ein vertraglich abgesicherter Anbau.



Bild: Durum

Durumanbau in Stichworten  

Standort:

  • bevorzugt weizenfähige, leicht erwärmbare Böden, da hoher Bedarf an Keimtemperatur.
  • Leistungsfähig auch auf leichteren Standorten, wenn in der kurzen vegetativen Phase der Feuchtigkeitsbedarf gedeckt ist.
  • Sehr kalte Böden gewährleisten häufig keine rechtzeitige Aussaat.

Fruchtfolge:

  • günstige Stellung nach Blattfrucht
  • Kein Weizen oder Mais als Vorfrucht

Saat:

  • nur zertifiziertes Saatgut verwenden (garantierte Triebkraft)
  • frühe Saat
  • 2,5-3,5 cm Ablagetiefe
  • 350 – 400 Körner / m² bei günstigen, 400 - 450 Kö/m² bei ungüstigen Bestellbedingungen

N-Düngung:

Je nach Bodenvorrat und Ertragsziel  insgesamt 120 - 160 kg N/ha.
Optimal ist eine Aufdüngung auf 120 Kg N/ha nach Nmin zur Saat, gefolgt von ca. 40 kg/ha zum Schossbeginn zur Vermeidung der Triebredukltion. Um den geforderten RP-Gehalt von 14,5 % zu erreichen, sind ab EC 39 40 - 70 kg N/ha als Spätgabe einzuplanen - je nach Nachlieferung und Ertragserwartung.Wachstumsregulatoren:

  • der WR-Bedarf ist außer bei standfesten Kurzstrohdurumsorten wie Kombo relativ  hoch. Es besteht keine Zulassung, der Einsatz ist jedoch möglich im Rahmen einer Genehmigung gemäß § 18a oder § 18b Pflanzenschutzgesetz.
  • z.B. 0,2 - 0,3 l/ha Moddus (solo) in EC 31 - 37 

Herbizideinsatz:

  • Durum hat eine rel. geringe Konkurrenzkraft, eine Unkrautbekämpfungsmaßnahme ist daher fast immer notwendig und wirtschaftlich.

 

Fungizideinsatz:

  • sortenbedingt unterschiedliche Krankheitsanfälligkeiten
  • Standortgegebenheiten sind immer zu berücksichtigen
  • Anwendungsbeispiel:            
    EC 32: halmbruchwirksames Fungizid
    EC 39: Breitbandfungizid mit sehr guter Dauerweirkung
    EC 49: Azol mit Strobilurinfungizid

 

Anforderungen an das Erntegut:

  • gesunder, arteigener Geruch
  • 14,5% Feuchtigkeit
  • 78 kg/hl Naturgewicht
  • mind. 75% Anteil glasiger Körner
  • mind. 14,5 % Protein
  • FZ mind. 220
  • max. 12% nicht einwandfreier Hartweizenkörner
  • max. 8% Dunkelfleckigkeit

Zu späte Ernte fördert die Rückbildung glasiger Körner, Vollreife ist daher der optimale Druschtermin.





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Dipl.-Ing. agr. Franz Unterforsthuber Dipl.-Ing. agr. (FH) Martin Munz Dipl.-Ing. agr. Ernst Rauh Landwirtschaftsmeister  Achim Schneider Dipl. Agr.-Ing. Friedhelm Simon Dipl.-Ing. agr. (FH) Klaus Schulze Kremer Dipl.-Ing. agr. (FH) Winfried Meyer-Coors Dipl.-Ing. agr. Andreas Henze Dipl.-Ing. agr. Andreas Göbel Dipl.-Ing. agr. (FH) Reiner Bornberg Dipl. Ing. (FH) Karl-Heinrich Heuer Dipl.-Ing. agr. Walter Reinländer Agr.-Ing. Lutz Liebold  Stefan Hesse









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