Qualitätsweizen
Neue Eliteweizen eröffnen neue Märkte |
01.07.2010 | Versenden | Druckversion | |
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Im Herbst 2010 starten neue Eliteweizensorten mit deutlich höherer Vermarktungs- und Backqualität in den großflächigen Praxisanbau. Welche Chancen eröffnen sich damit für die Wertschöpfungskette Brotgetreide in Deutschland und in Europa? Diese Frage diskutierten Fachleute auf dem Saaten-Union Qualitätsweizen-Forum am 2. Juni bei der Nordsaat Saatzuchtgesellschaft mbH in Böhnshausen. 15 % E-Weizen
Der Weizenzüchter Dr. Ralf Schachschneider verwies am Beispiel der Neuzüchtung Genius auf den langen Atem und die enormen Kosten seines Eliteweizen-Zuchtprogramms, das 2001 mit der Einkreuzung ostdeutscher Kreuzungspartner den entscheidenden Durchbruch erreichte*. Qualität ganzjährig garantieren In der anschließenden Diskussion vertrat Eduard Haidl, Kampffmeyer Mühlen, die Ansicht, dass 10 Sorten völlig ausreichen würden und dann auch die Partien homogener wären. Zurzeit stünden über 130 Qualitätsweizen im Feld, womit homogene Qualitäten per se nicht zu realisieren seien. Der Vertragsanbau als Lösungsansatz wurde kontrovers diskutiert. Während einige Tagungsteilnehmer Probleme in dem Preisdiktat der Großbäcker sahen, hat die Hedwigsburger Okermühle mit dem direkten Vertragsanbau sehr gute Erfahrung gemacht. Einkaufsleiter Joachim Kuhlmann sichert über die Warenterminbörse die Basispreise ab und kann so kontinuierlich den Markt bedienen. Einen ganz anderen Punkt sprach Andreas Lege, LWK Niedersachsen, kritisch an: Wegen der Wasserrahmenrichtlinie sei eine Qualitäts-Stickstoffdüngung oftmals äußerst problematisch. Das Problem sei zwar den Müllern, nicht aber den Bäckern bekannt. Da immer nach Proteingehalt bezahlt würde, sei die Situation für die Landwirte sehr unbefriedigend. Auch Dr. Schachschneider kritisierte das Erfassungssystem: Seiner Ansicht nach seien die qualitativ hochwertigen Hybridweizen Opfer des Erfassungssystems, weil sie aufgrund der Proteinverdünnung in der Qualitätseinstufung unterschätzt würden. Alveogramm oder Extensogramm? Man war sich einig: Am Thema Qualitätsweizen, muss man ständig dranbleiben. Für steigende Exporte sind kleberstarke Qualitäten zu realisieren und ebenso die kontinuierliche Bedienung des Marktes mit großen, sortenreinen und homogenen Partien.
Sven Böse * S. auch Beitrag "Die Schallmauer ist durchbrochen" in der Rubrik Qualitätsweizen. |
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