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Produktionstechnik Futterrüben

  30.01.2009   Versenden | Druckversion


Aussaat, Pflege, Pflanzenschutz und Ernte

Futterrübenanbau > Aussaat
Die Aussaat ist abhängig von der Saatgutform, der Sätechnik, der Saatbettbeschaffenheit und dem möglichen Pflegeaufwand.

Wie bereits angedeutet , sind die beeinflussenden Faktoren aufeinander abzustimmen. Nur bei entsprechender Saatbettbereitung und geeigneten Geräten kann effektiv ein optimaler Bestand erstellt werden. Der Reihenabstand beträgt heute üblich 50 cm, um mit den Rübenvollerntern störungsfrei arbeiten zu können. Dies kann je nach Bedarf variiert und durch den Endabstand in den Reihen kompensiert werden. 

Futterrübenanbau > Pflege
Das pillierte Saatgut ist heute mit Insektizide und Fungizide ausgestattet, so dass der Feldaufgang gut gesichert ist.

Bei der chemischen Unkrautbekämpfung sind die Wahl der richtigen Mittel und der richtige Zeitpunkt sehr wichtig. Hierzu ist eine fachkundige Beratung für die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten sinnvoll. Eine regelmäßige Kontrolle zwischen Aufgang und Schließen der Reihen ist sehr wichtig. Pflanzenschutz-Warndienste beachten!


Insektizidbehandlung des Saatgutes
Entscheidend für den erfolgreichen Anbau der Futterrübe ist neben der Aussaat die Phase der Keimung der Samen und des Auflaufens im Feld. Diese Phase wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, von denen die wichtigsten die Witterung und das Vorkommen bodenbürtiger Pilze und Insekten sind. Diese können den Keimling schwächen oder ihn gar abtöten. Bei einer Aussaat auf Endabstand führt dies unweigerlich zu Ertragsausfällen.

Richtige Nährstoffversorgung in organischer und/oder mineralischer Form ist wichtig für die Düngung je nach Versorgungsstand des Bodens. In einem Versuch wurde eine Partie von Futterrüben einheitlich pilliert und mit verschiedenen Insektiziden (Kontrolle, ohne Insektizide, Akteur, Gaucho) behandelt und ausgesät. Der Versuch war innerhalb einer praxisüblichen Fruchtfolge integriert. Beim Feldaufgang konnten angesichts des geringen Schaddruckes keine Unterschiede gefunden werden.

Zusätzlich konnte eine Beurteilung des Fraßschadens, welcher durch Moosknopfkäfer gesetzt werden, durchgeführt werden. Dies geschieht nach einem Verfahren der Biologischen Bundesanstalt (BBA). Hohe Werte bedeuten dabei einen guten Schutz, niedrige Werte einen schlechten. Wie in der Abbildung zu sehen ist, zeigten sich beim frühen Stängelfraß (Hypokotyl) Unterschiede zwischen der unbehandelten Kontrolle und den behandelten Varianten, welche beim (späteren) Blattfraß noch viel deutlicher waren. Geringer Fraß wurde nur bei den behandelten Varianten festgestellt. Die durch den Fraß verursachten Schäden können Ertragsdepressionen bis hin zum Ausfall von Einzelpflanzen zur Folge haben.

Für Ökobetriebe wird Saatgut ohne Pflanzenschutzmittelzusatz angeboten. Beim Einsatz dieses Saatguts ist jedoch zu überlegen, inwieweit die ansonsten übliche Praxis der Saat-gutablage auf Endabstand erhalten werden kann. Es kann zu niedrigeren Feldaufgängen, niedrigeren Pflanzenzahlen je Hektar und damit verbunden zu geringeren Erträgen kommen. Dies kann nur durch eine höhere Aussaatdichte ausgeglichen werden.

Futterrübenanbau > Ernte / Silolagerung
Die Ernte der Futterrüben erfolgt heute mit modernen, leistungsstarken Rodern. Sogar sechsreihige Bunkerroder ernten Futterrüben ohne Probleme und mit hoher Leistung.



Dies wurde in einem Versuch im Oktober 2001 in Maihingen in Bayern mit einem Roder „Terra-Dos“ der Firma Holmer bewiesen. Acht verschiedene Futterrübensorten, die in Großparzellen parallel angebaut waren, wurden mit Erträgen von 1.000 bis 1.200 dt/ha mit einer Leistung von 1 ha je Stunde gerodet, zum Betrieb transportiert, zu Rübenbrei verarbeitet und in Hochsilos eingelagert.

 

Futterrüben eignen sich besonders zur Lagerung in einer Silomiete mit Futterrüben-Mais-Silage. Auf eine Menge von 1.000 dt Futterrüben sind mengenmäßig 2.000 dt Maishäcksel zu silieren. Die untere Schicht sollte aus Maishäcksel bestehen und darauf folgt eine Futterrübenschicht, die durch ein Schnitzelgerät aufgebracht wurde. So entsteht eine homogene Silage. Das Silo wird oben mit Mais abgeschlossen, so verläuft die Konservierung sehr gut und die Schmackhaftigkeit der Rüben bleibt erhalten.

So werden ohne zusätzliche Kosten und ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand Futterrüben anteilig gefüttert. Wenn eine Selbsfütterungsanlage vorhanden ist, können auch ganze Rüben in ein Mischsilo eingebracht werden.

 

 





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