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Bioenergie aus Futterrüben

  30.01.2009   Versenden | Druckversion


Futterrüben liefern leicht verfügbare und umsetzbare Bioenergie. Daher werden Futterrüben sowohl in der Fütterung aber auch zur Produktion von Biogas und Bioethanol verwendet.

Futterrübe als Energiepflanze
Die Leistungsfähigkeit der Futterrüben als Nachwachsender Rohstoff/Energiepflanze für die Biogaserzeugung wurde 2003 in der Dissertation von Hassan an der FAL-Braunschweig nachgewiesen (s.unten).

Die Versuchsergebnisse zeigen, dass Futterrüben sowohl in Mono- als auch in Covergärung sehr gute Biogaserträge erzielen. Bei der Energieausbeute je ha waren sie sogar den Zuckerrüben überlegen. Zudem werden bei Verwendung von Futterrüben eine hohe Fermenterraumauslastung und ein niedriger H2S-Gehalt im Biogas bescheinigt.

Futterrüben können effektiv mit 100 t/Stunde (ca. 1 ha) geerntet werden. Die hochertragreiche „Energierübe“ mit geringem Schmutzanteil und guten Rode- und Verarbeitungsfähigkeiten kann wirtschaftlich in der Biogasproduktion eingesetzt werden.

Grundsätzlich gilt für die Futterrüben, dass sie sehr hohe Ertrags- und Energieleistungen je Flächeneinheit erzeugen, die sowohl in der Viehfütterung eine hohe Verdaulichkeit als auch in der Biogasfermentation eine schnelle, sichere und effektive Umsetzbarkeit und daher eine hohe Biogaserzeugung aufweisen. Futterrüben sind daher als Nachwachsender Rohstoff als Koferment gut geeignet.

 

Vergleich Futterrübe - Mais - Roggen

t/ha FM

% TS

kg oTS/ha

l Biogas/kg oTS

Biogas in m³/ha

Futterrübe je ha (ohne Blatt)

100

16

14.000

700

9.800

Mais-Silage

45

35

15.000

600

9.000

Roggen

7

87

6.000

700

4.200

 

 

 



Wirtschaftlichkeitsrechnung zum Futterrübeneinsatz in der Biogaserzeugung

 

Rübenertrag je ha (ohne Blatt)

1.000 dt

Trockensubstanzertrag je ha

160 dt

Stromertrag je ha

 22.000 kWh

Erlös je ha

 ca. 4.500 Euro

Kosten je ha

 ca. 2.200 Euro

Gewinn je ha

ca. 2.300 Euro


Strom und Kraftstoff aus Biomasse
Die Zahl der Biogasanlagen steigt stetig an. Im Jahre 1990 gab es nur ca. 800 Anlagen. Die Zahl ist mittlerweile auf über 2.000 Anlagen in Deutschland gestiegen.

Mit In-Kraft-Treten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) seit dem 1.8.2004 hat sich die Situation wesentlich verbessert. Die Energiegewinnung aus Biogas wird aber längst noch nicht ausgeschöpft. Derzeit liegt der Anteil der Stromerzeugung aus Biogas bei etwa 0,3%. Es könnten aller-dings pro Jahr bis zu 5% Bruttostromerzeugung erreicht werden.

Durch die Nutzung von extra angebauten Energiepflanzen kann sich der Anteil an der Strom- und Wärmeversorgung sowie Treibstoffen für PKW bis zum Jahre 2020 auf 10% erhöhen. Die Prognose bis zum Jahre 2030 geht sogar von 16% Strombedarf, 10% Wärme und 15% PKW-Kraftstoff aus. Längerfristig kann Biomasse große Strommengen mit Kosten unter 5 ct/kWh und Wärme unter 7 ct/kWh bereitstellen.

Neue agrarpolitische Rahmenbedingungen für Biogaanlagen ab 2005
Die im Juni 2003 vom EU-Ministerrat getroffenen Beschlüsse zur Entkoppelung der EU-Flächenbeihilfen haben für die Futterrübe ab 2005 die Wettbewerbschancen wieder erheblich verbessert. Durch die Entkoppelung der Prämien von der Produktion hin zu einer Betriebs- bzw. allgemeinen Flächenprämie können die Landwirte künftig den Anbau der Kulturarten nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheiden.

Dann sind die Produktions- und Verfahrenskosten neu zu berechnen. Denn nach wie vor erreichen die Futterrüben höchste Flächenerträge an gesundem Grundfutter beziehungsweise Bioenergie. Die Kosten für Anbau, Ernte, Lagerung und Futtervorlage sind je Energieeinheit zu errechnen und so mit anderen Kulturarten zu vergleichen.

Die neuen EU-Regelungen beinhalten auch, dass ab 2004 für den Energiepflanzenanbau auf Nicht-Stilllegungsflächen eine spezielle Prämie von 45 €/ha gezahlt wird.
Weiterhin können Energiepflanzen - und auch Futterrüben - auf Stilllegungsflächen angebaut werden, wenn die entsprechenden Auflagen erfüllt werden. Insofern ist besonders in der Anbauplanung ab 2006 zu überlegen, ob bzw. wie Stilllegungsflächen genutzt werden können.

weiterführende Literatur ´Biogas production from forage and sugar beets (engl. Dissertation von EA Hassan) im Anhang



PDF: dissertationfutterrueben.pdf - 998 KB  Dissertation  - 998 KB 



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