Zwischenfrüchte jetzt lohnend wie nie zuvor! |
14.05.2010 | Versenden | Druckversion | |
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Mittlerweile honorieren alle Bundesländer den Anbau von Zwischenfrüchten: „Zum Schutz des Bodens vor Erosion und Nährstoffaustrag, zur Förderung der biologischen Aktivität und Struktur des Bodens sowie zum Schutz des Grundwassers",wie es zur Begründung beispielsweise in Niedersachsen heißt. Auch in den anderen Bundesländern steht ausdrücklich der Schutz des Bodens und des Grundwassers im Fokus, letzteres vor allem im Hinblick auf Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Zuschüsse für eine „Bodenbedeckung nach Ernte der Hauptfrucht durch eine gezielte Aussaat“ betragen je nach Bundesland 70–150 €/ha für konventionell wirtschaftende Betriebe. Für Ökobetriebe sind die Sätze auf Grund anderer Förderungen geringer. In einigen Bundesländern wird der Zuschuss nur gewährt, wenn zumindest Teile des Betriebes von ökologisch sensiblen Gebietskulissen betroffen sind. Immer mehr Bundesländer gewähren die Zuschüsse jedoch ohne Einschränkungen.
Die Antragsfrist für diese Agrarumweltmaßnahme läuft meist bis Mai, in Nordrhein-Westfalen noch bis 30. Juni. Der Antragsteller verpflichtet sich dabei für fünf Jahre, mindestens 5 % seiner Ackerfläche im Herbst über eine Untersaat bzw. Blanksaat zu begrünen. Ausgesät werden muss geeignetes Zwischenfrucht- bzw. Untersaat-Saatgut; also keine ausgleichsberechtigten Kulturpflanzen und im Hinblick auf die Stickstoffdemobilisierung auch keine Leguminosenreinsaat.
Umgebrochen werden darf meist ab 15. Februar des Folgejahres, in Baden-Württemberg schon ab Ende November, in Thüringen erst ab 10. März.
Welche Zwischenfrucht ist optimal? Nachdem der Aufwuchs auf der Fläche verbleiben soll, kann sich die Arten- und Sortenwahl voll auf ackerbauliche Aspekte konzentrieren.
Hier die wichtigsten Empfehlungen:
Gelbsenf In puncto Spätsaattoleranz, sicherer Auflauf bei Trockenheit und sicheres Abfrieren, ist Gelbsenf ein wahres Multitalent. Ideal ist diese Zwischenfrucht in Zuckerrübenfruchtfolgen platziert. Dort ist die Sorte Accent wegen ihrer unübertroffenen Nematodenreduzierung erste Wahl.
Ölrettich Wenn es um den tiefsten Bodenaufschluss sowie um die beste Gesundungswirkung geht, ist Ölrettich die geeignete Zwischenfrucht. Entsprechende Sorten (z.B. Defender) bekämpfen mehrere Nematodenarten und senken den Befall mit Rhizoctonia, Phytium sowie Eisenfleckigkeit.
Phacelia In sehr enge Rapsfruchtfolgen passt Pacelia besser als Ölrettich oder Senf, weil die Zwischenfrucht nicht zur Familie der Kreuzblütler, sondern zu den Raublattgewächsen gehört. Auch sind die früh abfrierenden, dünnstängeligen Pflanzen besonders mürbe, so dass beinahe jede Sätechnik eingesetzt werden kann.
Weidelgräser Diese eignen sich besonders gut als Untersaat in Getreide und Mais. Die Aussaat erfolgt im Herbst bzw. Frühjahr zusammen mit der Hauptfrucht oder aber bis zum Schossen mit einem Pneumatikstreuer. Maisuntersaaten werden im Hinblick auf eine ungestörte Maisentwicklung erst ab 6-Blatt-Stadium ausgebracht.
Hier eignet sich besonders die spezielle Mischung "Subma" mit späten, schwächerwüchsigen Sorten. Vorteile der Zwischenfrucht fast umsonst War der Zwischenfruchtanbau bisher nur unter bestimmten Bedingungen lohnend, so ist er dies jetzt auf einer ungleich höheren Anbaufläche. Denn mit der bundesweiten, deutlich angehobenen finanziellen Förderung gibt es die Vorteile des Zwischenfruchtanbaus beinahe umsonst.
Hinzu kommt, dass bei zunehmenden Witterungsschwankungen und steigenden Düngerpreisen die Bodenstruktur und damit das Bodenleben zur "Sparbüchse" werden. Die Bodenporung und damit die Durchwurzelungsfähigkeit entscheiden immer häufiger maßgeblich über den Anbauerfolg der Hauptfrucht.
Sven Böse |
Sorte Direkt