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Der Erfolg der biologischen Nematodenbekämpfung wird neben der  Bodenbearbeitung und Aussaatzeit wesentlich durch gezielte Sortenwahl bestimmt. Die Wirkung in der Nematodenbekämpfung von Ölrettich ist durch den höheren Vorfruchtwert für die Zuckerrüben und nachhaltigere Nützlingsförderung besser als bei Senf, selbst bei gleicher Einstufung in der Resistenznote.

Hohe Resistenz ist entscheidend
Doch auch zwischen den Sorten gibt es große Unterschiede. Nur Sorten der Resistenzstufe 1 sind in der Lage, die Nematodenpopulation im Boden über 90 % zu vermindern. Die Resistenzstufe 2 ist weit gegliedert und es werden Sorten mit einem Bekämpfungspotential von 70 % bis 89 % darin zusammengefasst; die Resistenzstufe 3 beschreibt Sorten, die unter optimalen Bedingungen nur  50 % bis maximal 69 % reduzieren.

 

Daneben ist der nematodenbekämpfende Effekt der Zwischenfrucht immer abhängig von der Anfangsverseuchung. Es besteht ein sortenspezifischer, direkter Zusammenhang. Bei einer hohen Nematodendichte ist es einfacher, die Nematoden zurückzudrängen, als bei sehr geringem und nesterweisem Auftreten von Nematoden.
Dr. Schlang von der Biologischen Bundesanstalt in Elsdorf hat für Ölrettich eine Berechnungsformel entwickelt, wonach sich der Bekämpfungserfolg bei verschiedenen Ausgangspopulationen berechnen lässt. 
 

  

 

 

Resistenzstufe

Sorte

Anfangsverseuchung
(Eier + Larven in 100 g Boden)

100

200

500

1000

2000

5000

Sehr gering

Gering

Mäßig

Mittel schwer

Schwer

Sehr schwer

1

COLONEL
PICOBELLO

- 51 %

- 64 %

- 76 %

- 82 %

- 87%

- 91 %

1,5 / 2+*

ADAGIO

+ 7 %

- 24 %

- 54 %

- 68 %

- 78 %

- 86 %

2

Diverse

+ 64 %

+ 12 %

- 33 %

- 54 %

- 69 %

- 81 %

3

Diverse

+ 233 %

+ 117 %

+ 23 %

- 20 %

- 48 %

- 71 %

 

 

 

 

 

 

 

 

9

Nicht nematoden-resistent

+ 2.176 %

+ 1.206 %

+ 526 %

+ 259 %

+ 106 %

- 1 %

 * BBA, Elsdorf / LWK Hannover

Diese Formeln sind sowohl für geringe als auch für starke Verseuchung einsetzbar. Je schwerer die Verseuchung, desto größer ist die Wirkung der Nematodenbekämpfung. Der starke Einfluss des Resistenzniveaus ist deutlich erkennbar.

Danach können Sorten mit geringer Resistenz (Note 3) lediglich schweren Befall etwas zurückdrängen, doch schon bei mäßigem Nematodenbesatz lässt die Wirkung der Resistenz nach und die Nematoden werden vermehrt. Sorten mit Resistenznote 3 sind deshalb unbrauchbar für eine effiziente Nematodenbekämpfung. 
Die Resistenzstufe 2 hat ein breites Spektrum. Sorten im unteren Bereich der Resistenznote 2 reduzieren auch schwächer. Die Gefahr, Nematoden zu vermehren, ist bei mäßigem Befall oder bei nesterweisem Auftreten der Nematoden immer noch gegeben. Erst Sorten im oberen Bereich der Resistenzstufe 2 bieten Ausbreitung auf diesen Flächen ausreichend Sicherheit in der Nematodenbekämpfung. 

ADAGIO="" berdurchschnittlich="" bis="" boden="" br="" dass="" dem="" der="" dichte="" die="" dies="" eiern="" einer="" g="" grund="" guten="" haben="" hrige="" hrten="" ist="" larven="" lrettich="" mit="" mpft="" mpfungserfolge="" nematoden="" r="" und="" untersuchungen="" von="" werden.="" wesentliche="" zu=""> In der Praxis wird die Schadschwelle für den Nematodenbesatz bei Zuckerrüben bei 500 Eiern und Larven / 100 g Boden angesetzt. 100 E+L/100g Boden Nematoden kosten rund 1 % Rübenertrag. In warmen Sommern liegt die Schadschwelle jedoch schon bei 300-400 Eiern und Larven. 
Nur Sorten der Resistenzklasse 1 können schwere Nematodenverseuchungen über ihren hohen Wirkungsgrad (über 90 %) unter die wirtschaftliche Schadschwelle drücken. Selbst geringen oder ungleichmäßigen Nematodenbesatz bekämpfen sie optimal und sicher. Dieses hat der Ölrettich COLONEL im breiten Praxisanbau wirkungsvoll bewiesen.
Der Ölrettich COLONEL kombiniert die Resistenzstufe 1 mit seiner schnellen und gesunden Anfangsentwicklung und nutzt in der Zwischenfruchtaussaat die verbleibende Restwärme effektiv zur Nematodenbekämpfung aus und sorgt so für gesunde Zuckerrüben im Anbau 2002.


Für die Mulchsaat Gelbsenf 
In der Kombination von Nematodenbekämpfung und Mulchsaat hat Gelbsenf wertvolle Vorteile:
Er benötigt weniger Feuchtigkeit bei der Keimung und friert bei geringem Frost sicher ab. Der feinstengelige Gelbsenf MAXI hat sich in der Praxis durch störungsfreie Mulchsaat bewährt. Der Anbau von Gelbsenf CONCERTA ist noch nach späträumenden Vorfrüchten (Weizen) möglich. Beide Sorten bekämpfen durch ihre schnelle und zügige Anfangsentwicklung aktiv die Nematoden und schützen den Boden wirksam vor Wind- und Wassererosion.

Michaela Schlathölter, P.H. Petersen, Lundsgaard


Stand: 15.01.2002

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