Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen mit anspruchsvollen Vorträgen und über 100 Gästen aus dem In- und Ausland. Resistenzlabor weltweit einer der größten Produzenten von doppelhaploiden Linien. Umfirmierung in SAATEN-UNION BIOTEC GmbH.

Ernten wir künftig Spitzenerträge von 75 dt/ha Raps in Europa? Was ist heutiger Standard durch moderne Biotechnologie in der Pflanzenzüchtung? Was bringt uns die Gentechnik? Diese spannenden Fragen diskutierten über 100 internationale Gäste aus Wissenschaft, Forschung, Verbänden und praktischer Pflanzenzüchtung bei der anspruchsvollen Vortragsveranstaltung im April anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des SAATEN-UNION Resistenzlabors.
DH-Technik und molekulare Marker heute Standard Das Labor, das 1984 in Leopoldshöhe-Hovedissen auf der Zuchtstation von W. von Borries-Eckendorf von den Gesellschaftern der SAATEN-UNION gegründet wurde, hat eine rasante Entwicklung erlebt. Schon seit 1985 wird die Doppelhaploiden-Technik (DH-Technik) im Labor angewendet, um z.B. Resistenzen bei Gerste, Raps, Roggen, Weizen, Triticale und Durum schneller und effektiver erkennen, testen und selektieren zu können. Das Labor produziert jährlich mehrere hunderttausend doppelhaploide Linien verschiedener Ackerkulturen und gehört damit zu den weltweit größten Produzenten. Seit 1993 werden neben der DH-Technik auch molekulare Marker im Labor eingesetzt. Durch diese biotechnologische Methode können zum Beispiel Genpools sehr genau differenziert und Resistenzen einer Pflanze und die Qualität einer Sorte besser eingeschätzt werden. Die Dienstleistungen des Labors werden vor allem von den Züchtergesellschaften der SAATEN-UNION, Isernhagen sowie der DSV, Lippstadt, genutzt. Aber auch andere internationale Pflanzenzuchtunternehmen sowie wissenschaftliche Einrichtungen arbeiten mit dem Labor zusammen. Um den wachsenden Bedarf bedienen zu können, wurde 2007 im Biopark Gatersleben eine zweite Betriebsstätte gegründet. Heute arbeiten 46 Mitarbeiter/Innen im Unternehmen. Die Geschäftsführung des Labors haben Dr. Jens Weyen und Dr. Martin Frauen.
Um die zunehmend internationalere Bedeutung des Labors und die neben der Resistenzselektion erweiterten Aufgabenstellungen auch im Namen zum Ausdruck zu bringen, wurde das Labor jetzt in SAATEN-UNION BIOTEC GmbH umbenannt.
Quo vadis Pflanzenzüchtung? Eindrucksvoll schilderten die Referenten Prof. G. Wenzel, TU München, Prof. H. Becker, Uni Göttingen, Prof. W. Friedt, Uni Gießen, Prof. F. Ordon, JKI Quedlinburg, Prof. T. Altmann, IPK Gatersleben, Prof. U. Schurr, Forschungszentrum Jülich, die Möglichkeiten biotechnologisch gestützter Pflanzenzüchtung heute und in Zukunft.
Neben der Analyse der genetischen Information sei zum Beispiel die automatisierte Bonitur von bisher nur mit dem Auge erfassbarer phänotypischer Merkmale, künftig technisch machbar und bezahlbar. So könne zum Beispiel die Entwicklung von Wurzeln unter Trockenstress direkt im Boden analysiert, dokumentiert und ausgewertet werden.
Einige Züchter der SAATEN-UNION Gesellschafter, Dr. V. Lein (SU Recherche, Frankreich), Dr. E. Laubach (Nordsaat, Gudow) und Dr. M. Frauen (NPZ, Hohenlieth) berichteten über ihre praktische Zusammenarbeit mit dem Resistenzlabor und stellten die besonderen Leistungen in der Sortenentwicklung von Gerste, Hybridweizen sowie Hybridraps insbesondere auf Krankheitsresistenzen und Ertragszuwachs heraus. Pflanzenzüchtung wird durch die Unterstützung von Biotechnologie vor allem effizienter, so das Fazit der Pflanzenzüchter und Wissenschaftler.
Ergänzend zur Anwendung von Zellkulturverfahren und molekularen Markern könne die Anwendung von gentechnischen Methoden in der Pflanzenzüchtung Innovationssprünge auslösen. Dies sei Vergleichbar mit der Entwicklung vom Pferde- gezogenen-Pflug zum modernen Traktor Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute seien die biologischen Grundlagen in der Pflanzengenetik besser beschrieben und verstanden. Jetzt ginge es darum, die Vorteile zur Steigerung des Ertrags und zur Verbesserung von Resistenzen gegenüber Krankheiten noch besser für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.
Die technischen Methoden als Handwerkszeug für den verantwortungsvollen Züchter stünden in der SAATEN-UNION BIOTEC GmbH dazu bereit, wenn Politik und Gesellschaft diese biologischen Innovationen akzeptieren.
Pressemeldung 29.4.2009
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