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Winterweizen



Resistenzmanagement: Intensiver Weizenanbau ohne Fungizide!?

Immer mehr Fungizide verlieren an Wirkung bzw. ihre Zulassung, neue sind nicht in Sicht. Umso wichtiger sind jetzt sehr gesunde Sorten: um Behandlungen einzusparen und so die verbleibenden Wirkstoffe zu schonen!

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Nach den Strobilurinen und Azolen verlieren nun auch schon regional die Carboxamide durch Resistenzbildung der Schaderreger an Wirkung. Viele Krankheiten sind deshalb mit chemischem Pflanzenschutz immer schwerer zu kontrollieren. Mit der verschärften Gesetzeslage könnten in den nächsten Jahren bis zu drei Viertel der Mittel ihre Zulassung verlieren. Umso wichtiger sind jetzt gesündere Sorten! Dabei geht es heute nicht mehr darum, Aufwandmengen zu reduzieren oder Behandlungen hinauszuzögern. Im Gegenteil: Die Alternative zu einem rechtzeitigen, voll dosierten Fungizideinsatz ist der Verzicht einer Behandlung, um Resistenzbildungen der Erreger zu erschweren.

Es gibt bereits eine Vielzahl von Sorten mit geringerer Anfälligkeit („4“) gegenüber allen Blattkrankheiten sowie Ährenfusarium. Diese kommen häufig mit zwei Fungizidmaßnahmen aus, im Einzelfall sogar allein mit einer rechtzeitig gesetzten Abschlussbehandlung.

Darüber hinaus zählt die Beschreibende Sortenliste 2016 fünf Sorten, die gegenüber allen verbreiteten Erregern – Blattseptoria, Gelbrost, Braunrost und Mehltau – Befallsnoten von „3“ und besser aufweisen*. Drei weitere wurden im Frühjahr 2017 neben dem B-Weizen Kamerad die A-Sorten ACHIM und CHIRON zugelassen. Alle drei weisen zudem eine gute bis sehr guter Toleranz gegenüber Ährenfusarium auf.


Entscheidend ist jedoch die Frage, wie eine Sorte auf den Wegfall der Behandlungen ertraglich reagiert. In den Landessortenversuchen wird in der Behandlungsstufe 1 genau dies untersucht.

Aus den dort erreichten Ertragsleistungen ergibt sich rechnerisch die Marktleistung gegen die man die Kosten einer Fungizidbehandlung setzen muss.

Ergebnis: Während die herkömmlichen A-Sorten ohne Behandlung einen Verlust von 20 – 30 €/ha aufwiesen, sind mit den gesunden neuen A-Sorten unbehandelt sogar 30 €/ha zu verdienen!

Fazit:
Kann also mit sehr gesunden Sorten auf den Fungizideinsatz verzichtet werden? Nach den in diesem Beitrag ausführlich diskutierten Ergebnissen (s. ausführliche Fassung): ja. Zumindest als Mittelwert der 43 Einzelversuche in den letzten drei Jahren, bei überwiegend „gesunder“ Vorfrucht und Saatzeit sowie einem mittelhohen Düngungsniveau.

Im intensiven Weizenanbau mit hoher Ertragserwartung ist der Einsatz von Herbiziden und Wachstumsreglern kaum wegzudenken, der obligatorische Fungizideinsatz hingegen schon: nicht immer, jedoch als Option im Einzelfall und mit angepassten Anbauverfahren und immer noch gesünderen Sorten. Ziel sind höhere Deckungsbeiträge, und die Schonung der Fungizide für die Anbausituationen, in denen sie auch zukünftig gebraucht werden.

 



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