Sorten-icon Sortenfinder

Sorten anzeigen
Ihr Vertriebsberater

Andere



Winterraps: Keine Angst vorm Virus!

Das Wasserrübenvergilbungsvirus (Turnip yellows virus, TuYV) wird seit Neustem von vielen als neue „Gefahr“ im Rapsanbau deklariert. Dabei ist TuYV kein neues Phänomen – die blattlausübertragene Virusinfektion ist ein altbekanntes Thema. Nadine Wellmann beschreibt das Phänomen und die Lösungsansätze.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Befall mit dem Virus kann im Verlauf der Vegetation und in Kombination mit ungünstigen Witterungsbedingungen (wie z.B. 2016) zu Wuchsminderung sowie auch einen Ertragsabfall in Korn und Öl mit sich bringen.

Die typische Symptomausprägung ist jedoch kein eindeutiges Indiz für einen Virusbefall und wird häufig mit z.B. Nährstoffmangel oder abiotischem Stress verwechselt. In der Regel verwachsen sich die Symptomausprägungen wieder z.B. nach Vegetationsstart oder Andüngung der Bestände, sodass der Raps im Frühjahr auch als virusfrei erscheinen kann. Ein eindeutiges Ergebnis darüber, ob eine TuYV-Infektion vorliegt, kann letztlich nur der ELISA-Test im Labor liefern.

Einer der Überträger des Wasserrübenvergilbungsvirus ist die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) aber auch andere Blattlausarten wie die Mehlige Kohlblattlaus. Aufgrund ihres Vermehrungszyklusses gilt: je wärmer Herbst und Winter, desto stärker das Infektionsrisiko.

Das Virusauftreten und der Befall sind in den vergangenen Jahren in Deutschland verstärkt aufgefallen. In Deutschland wurde 2016 (Abb. 1) in einem Monitoring festgestellt, dass es ein „Nord-Süd-Gefälle“ gibt. In den Hauptanbauregionen für Raps – Nord, Nordwest und Ost – waren die Befallsstärken mit TuYV wesentlich höher als im Süden Deutschlands.

Die zunehmende Wahrnehmung des Befalls durch TuYV kann also auf folgende Faktoren zurückgeführt werden:

  1. Politische Rahmenbedingungen: fehlende insektizide Beize
  2. Klimaänderungen/Witterungen: höhere Temperaturen im Herbst und mildere Winter
  3. Zunehmender Anbau von möglichen Zwischenwirten
  4. Starke Einschränkungen im chemischen Pflanzenschutz

Um einen Virusbefall und damit mögliche Ertragsverluste zu vermindern, stand bis 2014 noch die insektizide Beize als wirksames Mittel im Vordergrund.

Unter den aktuellen Bedingungen ist die einzige Möglichkeit, gegen den Virus vorzugehen, der Einsatz toleranter oder resistenter Sorten. Solche Sorten stehen der Praxis auch schon zur Verfügung. Die Landessortenversuche 2016 zeigen, dass die Sorten Bender und Penn trotz starken Virusdruckes mit rel. 109 im Ölertrag (n = 60) bzw. rel. 105 im Kornertrag (n = 61) Spitzenleistungen brachten. Unter den Neuzulassungen 2016 zeigte sich die Sorte Hattrick unter Virusdruck als ertragsstärkste Sorte.

 



Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Zur Datenschutzerklärung