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Brauchen wir ein neues Gentechnikgesetz?

Seit das CRISPR/Cas9-System 2012 erstmals eingesetzt wurde, wird diese Weiterentwicklung molekulargenetischer Methoden aufgrund ihres enormen Potenzials als „Revolution“ bezeichnet – und dies branchenübergreifend. Diese „Genomchirurgie“ hat eine Debatte darüber ausgelöst, was in der Pflanzenzucht als „gentechnisch veränderter Organismus“ bezeichnet und entsprechend reguliert werden muss und was nicht.

Schnell gelesen (Kurzfassung):

Der Artikel ist eine Zusammenfassung einer Diskussionsveranstaltung, die gemeinsam  von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, dem Deutschen Ethikrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Berlin ausgerichtet wurde. Ergänzt wird er durch eine Stellungnahme von Dr. Jon Falk, Geschäftsführer der SAATEN-UNION BIOTEC.


Ist CRISPR/Cas Gentechnik oder nicht?
CRISPR/Cas ermöglicht eine gezielte Mutagenese (Detaillierte Beschreibung in der Langfassung). Damit hätte das Produkt auch mit klassischen Züchtungsmethoden erreicht werden können und wäre von diesem nicht zu unterscheiden. Denn schon seit langem arbeitet die klassische Züchtung mit induzierten Mutationen. Sollte trotzdem das Gentechnikgesetz greifen?

Eine solche Fragestellung lässt sich grundsätzlich aus drei Perspektiven betrachten: aus der naturwissenschaftlichen, aus der rechtlichen und aus einer ethischen.

Die meisten Redner/Vertreter waren aus ganz unterschiedlichen Gründen der Meinung, dass diese Technologie ganz neue Möglichkeiten offeriert und daher eine Zukunft in Europa bekommen sollte. Jedoch waren die meisten auch der Ansicht, dass für eine Rechtsicherheit das Gentechnikgesetzt dem aktuellen Stand der Technik angepasst werden müsste.

Dr. Falk: „Unserer Meinung nach fallen Pflanzen mit Punktmutationen, die mit Hilfe von Genome Editing Methoden nicht in den Geltungsbereich des Gentechnikrechts, da das Endprodukt keinerlei fremde oder rekombinante DNA enthält und sich daher nicht von klassisch gezüchteten Pflanzen unterscheidet. Eine eindeutige Rechtsicherheit ist hier besonders wichtig: Denn ohne Klarheit für den Umgang mit neuen Züchtungsmethoden werden insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen diese Methoden wegen des dann notwendigen enormen Regulierungsaufwandes nicht nutzen können und würden damit in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark eingeschränkt.“

 



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