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Ihr Vertriebsberater

Anbautipps zu Soja

Klima

  • Soja hat einen hohen Wärme- und Wasserbedarf.
  • Faustregel: Sorten der Reifegruppe 000 (sehr früh) in Körnermaislagen ab 240– 250 K, Sorten der Reifegruppe 00 (früh) in Körnermaismaislagen ab K 260–300. Kaltluftsenken und Spätfrostlagen meiden!

Boden/ Standort

  • Ideal sind leichtere, gut erwärmbare Böden mit guter Wasserführung. Bei Sandböden sollte Zusatzberegnung möglich sein. Steinige Böden sind ungeeignet, da bei der Ernte der Mähtisch tief abgesenkt werden muss.
  • Verunkrautete Schläge (Winde, Nachtschatten) im Ökoanbau unbedingt meiden!
  • Sojapflanzen werden gern von Tauben, Krähen, Hasen und Rehen gefressen.

Vorfrucht/Fruchtfolge

  • Die Vorfrucht sollte wärmeliebende, spätkeimende Unkräuter unterdrücken. Wintergetreide ist günstiger als Sommergetreide.
  • Wenig Nmin!
  • Mindestens 4-jährigen Anbauabstand zu Wirtspflanzen wie Sonnenblumen, Tabak, Raps u.a. einhalten (Sklerotinia!).
  • Soja ist begrenzt selbstverträglich. Zur Nutzung der im Boden etablierten Knöllchenbakterien kann Soja daher nachgebaut werden, sofern keine Fruchtfolgekrankheiten auftreten.

Düngung

  • Grunddüngung mit Phosphor, Kali und Magnesium nach Nährstoffentzug durch Abfuhr (bei 30 dt/ha Ertrag: 48 kg/ha P205, 51 kg K20, 15 kg MgO) und Zu-/Abschlag entsprechend der Nährstoffgehaltsklasse des Bodens (in Fruchtf.). Keine Stickstoff-Startdüngung, sonst Behinderung der Knöllchenbildung! Saatgut-Impfung/N-Versorgung Knöllchenbakterien (Bradyrhizobium japonicum) versorgen Soja mit Stickstoff. Sie sind in unseren Böden nicht vorhanden. Daher ist mindestens beim Erstanbau auf einem Schlag eine Impfung nötig.
  • Bei der Kontaktimpfung wird das Impfmittel vor der Saat nach Gebrauchsanleitung mit dem Saatgut vermischt (z.B. in sauberer Sämaschine oder Behälter) und zügig ausgesät. Einige Sorten (u.a. Merlin) können auch ‘FixFertig’ geimpft bezogen werden. Bei Erstanbau aber zusätzlich noch frisch impfen.
  • Empfehlenswerte Impfmittel zur Saatgutbehandlung auf Torfbasis mit zusätzlichem Haftstoff: „NPPL Force 48“ (BASF) und in Pulverform (ohne zusätzlichen Haftstoff) „HISTICK Soy“ (BASF) und „Biodoz Soja“(De Sangosse). Neu ist ein flüssiges Impfmittel mit Haftstoff: „Rizoliq TOP S“ (De Sangosse).
  • Eine N-Düngung ist kontraproduktiv und kann eine erfolgreiche Impfung nicht ersetzen! Sie macht nur Sinn, wenn bis zur Blüte keine Knöllchen erkennbar sind.

Wichtige Hinweise für die Saatgutimpfung

  • Impfmittel kühl und lichtgeschützt und nicht über 25 °C lagern.
  • Bei Wasserzugabe kein gechlortes Leitungswasser verwenden.
  • Die Bakterienpräparate sind licht- (UV-Strahlung) und wärmeempfindlich.
  • Aufbringung der Impfmittel im Schatten. Danach sofort aussäen. Vorsicht, wenn die Sämaschine in der Sonne steht und sich erwärmt!
  • Vorsicht bei Einsatz von Lohn-Sämaschinen: Beizmittelreste können die am Korn anhaftenden Knöllchenbakterien schädigen!
  • Tipp: Auf zukünftigen Soja-Schlägen Soja als Zwischenfrucht (im Gemenge) anbauen (‘Bodenimpfung’).
  • Kontrolle des Knöllchenansatzes Mitte Juni. Wenn die Knöllchenbildung nicht oder nur schlecht funktioniert hat und die Pflanzen gelblich aussehen, können ab Blüte ausnahmsweise in ein oder zwei Gaben 60 - 100 kg N/ha verabreicht werden.

Saatzeit

  • Mitte/Ende April bis Anfang Mai (allerspätestens bis 20. Mai) bei Bodentemperaturen über 10 °C.
  • Bei Saattermin ab Mitte Mai Ernte häufig erst im Oktober!

Saattiefe

  • 2 cm bei schweren oder kalten Böden, 3–4 cm bei leichteren Böden
  • 5 cm bei Einsatz von Bodenherbiziden sowie bei anhaltender Trockenheit und bei Vogelproblem

Saattechnik

  • Ideal mit pneumatischem Einzelkornsägerät (spart Saatgut, beschädigt das leicht verletzbare Korn am wenigsten).
  • Sorgfältige Drillsaat hat sich aber ebenfalls bewährt.
  • Bei der Saat langsam fahren (max. 6 km/h), um Fehlstellen zu vermeiden!
  • Reihenabstand: 12,5–35 cm, bei Reihenhacke 40–50 cm

Unkrautregulierung

  • Die erfolgreiche Unkrautkontrolle ist entscheidend für den Anbauerfolg, da die Soja wegen langsamer Jugendentwicklung und spätem Bestandesschluss zu starker Verunkrautung neigt. In Soja sind Winde und Distel chemisch nicht bekämpfbar! Zwischenfruchtanbau und Bodenbearbeitungsmaßnahmen vor der Saat
  • (Abschleppen) reduzieren den Unkrautdruck. Nicht zu früh säen!
  • Blindstriegeln der Soja ist möglich. Hacke sollte so früh wie möglich eingesetzt werden. Günstig ist ein erster Hackdurchgang mit Hohlschutzscheiben schon während des Auflaufens der Soja. Dazu evtl. auf das Blindstriegeln verzichten, um die Fahrgassen nicht zu verwischen.
  • I.d.R. mindestens zwei Hack-Durchgänge innerhalb der ersten 4–6 Wochen nach der Saat. Beim letzten Hackdurchgang ist leichtes Häufeln möglich. Starkes Anhäufeln führt zu Ernteerschwernis.
  • Spätverunkrautung im Auge behalten, evtl. Handhacke nötig (Bioanbau).
  • Chemische Unkrautbekämpfung: Am effizientesten im Vorauflauf bis 3 Tage nach der Saat (feuchter Boden + feinkrümlige Bodenbedeckung beachten wg. Schadrisiko!). Unkrautbekämpfung im Nachauflauf; dient nur zur Nachbesserung einer nicht ausreichenden Vorauflaufbehandlung; reicht alleine, ohne Vorauflaufbehandlung, nicht aus!

Aktuelle Mittelempfehlungen unter www.sojafoerdering.de

Beregnung

  • Soja reagiert auf Trockenheit mit empfindlichen Ertragseinbußen. Trockenheitssensible Stadien sind vom Beginn der Blüte über die Hülsenbildung bis zum Dickenwachstums der Hülsen.
  • Größter Wasserbedarf in der Blüte: (Juni) Juli/August

Ernte

Zeitpunkt: Ab September bis in den Oktober, Blätter haben sich gelb verfärbt und sind meist abgefallen, Körner bewegen sich in der Hülse (klappern beim Schütteln), Kornfeuchte 14–20 %. Bei möglichst frühem Drusch, noch im September, kann die Verschmutzung der Kornoberfläche vermindert werden.

Mähdrescher rechtzeitig bestellen, bevor alle Maschinen auf Kö.mais umgerüstet sind! Drehzahl der Dreschtrommel niedrig (400–600 U/min), Dreschkorb und Siebe entsprechend einstellen. Besatz mit Mais, Erbsen etc. lässt sich kaum aus Sojabohnen herausreinigen und gefährdet die Vermarktung als Konsumware! Mähdrescher, Transporteinrichtungen und Lager müssen sauber sein!

Lagerung: Ab 13 % Feuchte möglich; bei mittlerer Lagerdauer sollte der Wassergehalt unter 12 %, bei Langzeitlagerung besser noch tiefer (9 %) liegen.

Vermarktung: Bereits vor der Aussaat die Vermarktung klären; Vertragsanbau empfiehlt sich!



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