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WeW® WECHSELWEIZEN - das Interview

Wer Wechselweizen fest in seine Fruchtfolge einbaut, ist auf der sicheren Seite: bei Spätsaaten, nach Auswinterungen und auch ackerbaulich. Ein Gespräch mit Sven Böse, Fachberatung SAATEN-UNION.

Wie ist Wechselweizen hinsichtlich der Greeningauflagen zu bewerten, als Winter- oder als Sommerweizen? Wechselweizen zählt botanisch und auch rechtlich als Sommerweizen und wird bei der Anbaudiversifizierung auch als solcher gewertet. Dies gilt allerdings nur für Aussaaten ab 1. Januar, bis dahin zählt er zur Winterweizenfläche.

Sven Böse: Gerade wegen dieses Zwitterverhaltens betrachten wir wertgeprüften WeW® Wechselweizen ja als eigene Fruchtart. Diese entstammen gezielten Kreuzungen aus Winterweizen und Sommerweizen. Als solche haben sie trotz hoher Winterfestigkeit keinen Vernalisationsbedarf, schossen also auch bei Frühjahrsaussaat ohne mehrwöchigen Kältereiz.

businessAGRAR: Ist denn die Winterfestigkeit dieser WeW® Wechselweizen wirklich mit Winterweizen zu vergleichen?

Sven Böse: Bei vergleichbarer, normaler Vorwinterentwicklung – also etwa Beginn bis Mitte Bestockung – ist die Winterhärte mit „mittel“ einzuschätzen, also ähnlich gut wie die verbreiteten Winterweizensorten. Bei sehr später Aussaat ist die Winterfestigkeit sogar besser als bei Winterweizen, denn WeW® Wechselweizen hat das bessere Regenerationsvermögen.

Umgekehrt verhält es sich bei zu früher Aussaat, also vor 15. – 20. Oktober: Dann droht der frohwüchsigere WeW® Wechselweizen bei milder Herbstwitterung zu überwachsen und wird damit empfindlicher für Frostschäden.

businessAGRAR: Wo stehen die WeW® Wechselweizen ertraglich im Vergleich zu Winterweizen?

Sven Böse: Auch hier darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. WeW® Wechselweizen ist frohwüchsiger, tagneutraler und damit ca. eine Woche „schneller“ als die späteren Winterweizensorten. Dadurch fällt er bei kürzerer Vegetationszeit weniger stark im Ertrag ab als Winterweizen. Das heißt: Je später die Aussaat – oder auch der Vegetationsbeginn – desto vorzüglicher ist der Ertrag im Vergleich zu Winterweizensorten vergleichbarer Qualität.

businessAGRAR: Gibt es dazu verlässliche Zahlen, Wechselweizen steht ja nicht in den Landessortenversuchen?

Sven Böse: Stimmt, weil die LSV ja i.d.R. zu den frühen bis mittleren Saatterminen ausgesät werden. Es gibt jedoch langjährige Ergebnisse aus der Sonderprüfung Spätherbstaussaat2, in der Wechselweizensorten im direkten Vergleich zu Winterweizen stehen. Die Ergebnisse belegen für die besten Sorten konkurrenzfähige und sogar höhere Erträge als Winterweizen. Es ist zu erwarten, dass diese Ergebnisse zukünftig in die Ertragseinstufung der Beschreibenden Sortenliste einfließen werden, parallel zur Bewertung bei Frühjahrsaussaat. In Abbildung 1 sind exemplarisch Ergebnisse der letzten Sonderprüfung für die drei neuen WeW® Wechselweizen GRANUS, MATTHUS und LENNOX dargestellt. Überzeugende Zahlen, dazu noch aus einem Jahr mit langer Vegetationszeit auch bei der Spätherbstaussaat!

businessAGRAR: Wir sollten jedoch nicht nur über die Ertragsvorteile des WeW® Wechselweizens diskutieren. Entscheidender für viele Betriebe sind die Managementvorteile. Managementvorteile, was ist damit gemeint?

Sven Böse: Zusammenfassend kann man sagen: Mehr Flexibilität und Sicherheit, mit Auswirkungen auf die gesamte Fruchtfolge.

1. WeW® Wechselweizen kann über einen Zeitraum von sechs Monaten genau dann gesät werden, wenn der Acker gut befahrbar ist. Das ist vor allem bei Spätherbstaussaaten mit knappen Bearbeitungsfenstern ein entscheidender Vorteil, von dem häufig auch noch die Folgefrüchte profitieren.

2. Hinzu kommt, dass immer mehr Betriebe einen Teil ihrer Weizenfläche später säen wollen bzw. müssen, um der Vergrasung ihrer Flächen entgegenzuwirken bzw. um die Wirkungspotenz der Gräserherbizide zu erhalten. WeW® Wechselweizen ist also nicht nur für Betriebe mit späträumenden Hackfrüchten interessant, sondern auch für solche mit reinen Winterungs-Fruchtfolgen.

3. Nach Auswinterung von Winterweizen, man denke nur an das Frühjahr 2012, ist rechtzeitig nachbestellter WeW® Wechsel- bzw. Sommerweizen die wirtschaftlichste Nachbaualternative. Das gilt im Hinblick auf das hohe Ertragspotenzial von ca. 8 –9 t/ha auf typischen Weizenstandorten und auch im Hinblick auf eine lukrative Vermarktung.

Vielen Dank für das Gespräch!

1 Die empfohlene Saatzeit für WeW® Wechselweizen ab Mitte Oktober bezieht sich auf typische Weizenstandorte. In Frühsaatgebieten, etwa küstennahen oder höheren Anbaulagen kann die Aussaat etwas früher erfolgen, in sehr milden Lagen eher später ab Anfang November

2 Diese wird auf Antrag des Züchters parallel zu den letzen beiden WP-Jahren Sommerweizen bundesweit auf ca. 10 Standorten durchgeführt, die Saatzeit ist Ende Oktober/November.



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