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Rapool:Schädlingsbefall bringt mehr Übersicht mit Monitoring

Auf den DLGFeldtagen startete der RAPOOL-RING das Kohlhernie-Monitoring, an dem sich bis Mitte November bereits 150 Landwirte beteiligt haben. Auch bei den Umfragen zu Kohlfliege und Rapserdfloh gab es eine rege Beteiligung, deren Auswertung interessante Ergebnisse lieferte.

Kohlhernie-Monitoring
Die Umfrage hat bislang gezeigt, dass Kohlhernie schwerpunktmäßig in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verbreitet auftritt, jedoch auch in allen anderen Bundesländern.

Die Ertragsverluste bei Kohlhernie sind abhängig vom Anteil der befallenen Pflanzen und des befallenen Wurzelsystems und können von 0 bis 100 % variieren. Das Schadausmaß bei Kohlhernie ist schwierig vorherzusagen, denn oftmals vermögen sich die Pflanzen über neu gebildete Wurzeln noch wieder einigermaßen zu erholen. Bei kühl-feuchter Witterung und guter Nährstoffversorgung betragen die Ertragsverluste dann „nur“ einige Dezitonnen pro Hektar. Bei Trockenheit und Hitze können die befallenen Rapsbestände jedoch dramatisch einbrechen bis hin zum Totalausfall.

Der Kohlhernie-Vorbeugung gilt absolute Priorität z.B. durch Ackerhygiene, weite Fruchtfolgen, Vermeidung von Bodenverschleppung und einer regelmäßigen Bestandskontrolle. Auf bereits befallenen Ackerflächen bringt dann nur noch eine breite Kombination verschiedener Maßnahmen Sicherheit. Zu den Standardverfahren gehören unter anderem der Anbau kohlhernieresistenter Sorten (z.B. Mentor), spätere Aussaattermine, die Anhebung des Boden-pHs durch Kalkung sowie Behebung von Drainageschwachstellen und die Ackerhygiene bzw. die konsequente Bekämpfung anfälliger Wirtspflanzen (Unkräuter, Ausfallraps etc.).

Manche Befallsnester werden erst im Laufe des Winters sichtbar, zudem kann es auch bei passender Frühjahrswitterung zu Kohlhernie-Infektionen kommen. Die Teilnahme am Kohlhernie-Monitoring ist daher weiterhin jederzeit erwünscht. Doch auch wer bisher keine befallenen Flächen hat, darf sehr gern seinen „grünen Punkt“ auf der Deutschlandkarte markieren.

Kohlfliegen-Monitoring
386 Teilnehmer konnten bis zum 31. Oktober 2014 verzeichnet werden. Von diesen gaben 44 an, dass auf ihren Rapsschlägen kein Kohlfliegenbefall festzustellen sei. In 342 Fällen jedoch konnte ein Befall mit Kohlfliegen bestätigt werden, wobei im Durchschnitt 42 % der Pflanzen im Bestand betroffen waren. Sehr starken Befall zwischen 80 und 100 % meldeten 46 Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen.

89 % der Schläge mit Kohlfliegenbefall
Viele Schläge haben sich durch den warmen Oktober noch gut zurechtgewachsen, wenn auch häufig dünn. Es gab aber bereits im Herbst auch vereinzelte Umbrüche. Die Kohlfliegen-Schäden sind bei genauem Hinsehen nach wie vor sichtbar (siehe Bilder 1 bis 3 aus dem November 2014).

Das Schadausmaß wird besonders von der Stärke der Wurzelschäden und dann vom Witterungsverlauf bis zur Ernte abhängen. In vielen Fällen trägt Durchwuchs – ungewollt – zur Bestandesdichte bei. Es bleibt eine Verunsicherung, welcher Befallsdruck aus den jetzt verpuppten Maden im kommenden Jahr zu erwarten ist.

Rapserdfloh-Monitoring
493 Personen haben bis einschließlich 31. Oktober 2014 am Rapsmonitoring teilgenommen.

Die Grafik zeigt, dass in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein Rapserdflöhe verstärkt auftreten. Wurden die Erdflöhe nicht ausreichend erfasst, so läuft seit Oktober der Larvenschlupf und die Besiedelung der unteren Blattstiele durch die Junglarven. Falls ein Befall vorhanden ist, sind die typischen Symptome an den Blattstielen älterer Blätter zu finden.

Noch vorhandene Erdflöhe können bei milder Witterung weiter Eier ablegen, in dem Fall kann die Larvenanzahl bis zum Frühjahr ansteigen. Das vergangene Jahr hat leider gezeigt, welche Populationsentwicklung selbst bei spätem Befall in einem milden Winter noch möglich war.

Es besteht ein Handlungsbedarf im Herbst, wenn 20–30 % der Blattstiele Symptome/Larven aufweisen (proPlant). Zugelassene Pyrethroide können große Larven gar nicht mehr bekämpfen und kleine Larven nur mit voller Aufwandmenge und dann auch nur teilweise. Da die Larven über einen langen Zeitraum schlüpfen, ist die Dauerwirkung für den Behandlungserfolg entscheidend. Daher sind kühle Temperaturen (ab Mitte Oktober/Anfang November) für eine späte insektizide Maßnahme sogar günstig. Laut Andreas Johnen (proPlant) lassen sich gegen kleine Larven selbst mit frühen Frühjahrsspritzungen noch gute Wirkungsgrade erzielen, so dass mit einer Insektizidmaßnahme gegen die ersten Frühjahrsschädlinge auch noch späte Erdfloh-Larven reduziert werden können. Kontrollieren Sie insbesondere Bestände mit einem leichten Erdfloh-Larvenbefall auch weiterhin, um eine eventuelle Zunahme des Befallsdrucks nicht zu verpassen.

Fazit
Die unter www.rapool.de angebotenen Karten zum Erdfloh- und Kohlfliegenmonitoring werden von Landwirtschaft und Beratung sehr gut genutzt. Sie liefern einen guten Überblick zum aktuellen Befallsgeschehen. Mit Ihrem Beitrag unterstützen Sie die Bemühungen um eine sachlichfachliche Bewertung des momentan fehlenden insektiziden Beizschutzes.

Rainer Kahl



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