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Wintergerste



Wintergerste: Mit Resistenz dem Virus Paroli bieten!

2012 wurde die erste Wintergerste zugelassen, die gegen den Verzwergungsvirus resistent ist. Konnte sie im ersten Praxisjahr die hohen Erwartungen erfüllen?

Seit im Getreide keine insektiziden Beizen mehr zugelassen sind, gehört in Befallsgebieten mindestens eine Insektizidspritzung in der Wintergerste im Herbst zur Standardmaßnahme.

Schon früh zeigten sich Unterschiede zwischen resistenter Sorte (l) und anfälliger Sorte.
Schon früh zeigten sich Unterschiede zwischen resistenter Sorte (l) und anfälliger Sorte.
Praxisversuche für eine erste Einschätzung
Jens Bräunling, der zusammen mit seinen Eltern einen Ackerbaubetrieb mit Schweine- und Legehennenhaltung in Nußloch bewirtschaftet, hat auch schon leidvolle Erfahrungen mit dem Verzwergungsvirus machen müssen. „An unserem milden Standort in der nördlichen Rhein-ebene mit Anbau von Körnermais und kleinparzellierten Flächen ist das Risiko eines Befalls besonders hoch. Deshalb drillen wir die Wintergerste auch erst Anfang Oktober und versuchen, die Blattläuse mit einer Insektizidspritzung in Schach zu halten“, so Bräunling. Als er über den Beratungsring Ackerbau Nordbaden erfuhr, dass es jetzt auch einen Lösungsansatz über die Pflanzenzüchtung gibt, war er sofort bereit, die im letzten Jahr neu zugelassene zweizeilige Gerste PAROLI in einem Praxisvergleich mit einer nicht resistenten Sorte zu testen. Er wählte hierfür einen befallsgefährdeten Schlag zwischen Hecken und drillte die beiden Sorten bereits am 26.09.2011 nach der Vorfrucht Winterweizen. Auf eine Insektizidbehandlung wurde verzichtet, um auch tatsächlich Befall zuzulassen und so eine Vergleichbarkeit der Sorten zu ermöglichen. Die Infektion ließ auch nicht lange auf sich warten und der Befall mit dem Gerstengelbverzwergungsvirus wurde anhand von Pflanzenproben nachgwiesen.

An diesem Standort brachte die resistente Sorte 20 dt/ha mehr.
An diesem Standort brachte die resistente Sorte 20 dt/ha mehr.
Deutliche Unterschiede erkennbar – 20 dt/ha mehr gedroschen
Während die anfällige Sorte schon früh ein sehr unruhiges Bestandesbild mit den typischen Befallsnestern zeigt, erscheint der PAROLI-Bestand sehr homogen. Bei der Ernte zeigte sich dann, wie stark der Virusbefall den Ertrag drücken kann: Die resistente Sorte brachte gut 20 dt/ha mehr auf die Waage! „Die Wintergerste benötige ich als Futtergrundlage für meine Schweine. Ertragssicherheit ist mir wichtiger als die letzte Dezitonne“, beurteilt Bräunling seinen Ackerbau.

Für ihn ist die Sorte PAROLI auf gefährdeten Lagen eine echte Alternative zumal erste Versuchsergebnisse zeigen, dass sie auch unter Nichtbefalls-Bedingungen im Ertrag mit etablierten Sorten gut mithalten kann. In Gebieten mit kleinräumiger Struktur, Weinbau- und Streuobstlagen, hohem Maisanteil und warmer Herbst- und Winterwitterung muss immer wieder mit Verzwergungsvirus gerechnet werden. Eine Sortenresistenz bietet ein höheres Maß an Sicherheit als eine Insektizidbehandlung.

Martin Munz



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