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Anspruchsvoll und attraktiv

Deutscher Durum ist gefragt! Doch der heimische Anbau kann die steigende Nachfrage zurzeit nur zu ca. 30 % decken. Durum ist eine Kultur, die hohe Ansprüche an den Anbau stellt, wie der Anbaufachmann Dr. Gerhard Hartmann (Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Bernburg) weiß.

Quelle: Hartmann
Quelle: Hartmann
Bei leicht steigenden Anbauflächen betrug der jährliche Ertragszuwachs in den letzten 20 Jahren ca. 0,3 dt/ha, die Einführung des Winterdurums brachte einen weiteren Ertragsfortschritt. Hohe Nachfrage, steigende Erträge – die Situation des Durumanbaus ist also komfortabel.

Hohe Standortansprüche
Für einen erfolgreichen Durumanbau sind schnell erwärmende und tiefgründige Böden, eine ausreichende und stabile Wasserversorgung während der Vegetation sowie trockene Erntebedingungen von Vorteil. Die Schwarzerdeböden im Regenschatten des Harzes sowie die Weinbauregionen im Südwesten Deutschlands tragen im Augenblick die Durumproduktion in Deutschland. Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind die Hauptanbauländer.

Frühe Saat ja – aber bei Herbstsaat von Sommerdurum Vorsicht!
Die sommereinjährige Getreideart bestockt relativ schwach und reagiert dazu noch recht empfindlich auf Trockenheit. Sommerdurum braucht also für eine genügend lange vegetative Entwicklungsphase und ausreichend bestockte Bestände eine frühe Aussaat – gegebenenfalls auf gefrorenen Boden. Teilweise wird in der Praxis Sommerdurum sogar bereits im Herbst ausgesät. Die Gefahr des Auswinterns ist dabei jedoch sehr groß, da Sommerdurum über keinerlei Winterfestigkeit verfügt. Wer es trotzdem wagt, sollte relativ spät säen: Der Aufgang erfolgt dann idealerweise zum Winterausgang, sodass die Vorwinterentwicklung sehr verhalten bleibt. In einem Versuch in Sachsen-Anhalt von 2003 bis 2007 sind trotz einer späten Aussaat die Sommerdurum-Bestände 2003 und 2006 komplett erfroren. In den drei Ertragsjahren zeigte sich zwar ein hohes Leistungspotenzial von 73,0 dt/ha. Unter Einbeziehung der beiden „Null“-Ertragsjahre errechnet sich allerdings nur noch ein fünfjähriges Mittel von 43,8 dt/ha.

Alternative Winterdurum

Winterdurum bringt deutlich höhere Erträge.
Winterdurum bringt deutlich höhere Erträge.
Das hohe Risiko des Auswinterns war Anlass für die Pflanzenzüchter, die Winterfestigkeit aus dem Winterweizen in den Sommerdurum einzukreuzen. Heute stehen für den kleinen Anbauumfang schon ausreichend Winterdurumsorten zur Verfügung, deren Winterfestigkeit mit der der Wintergerste vergleichbar ist. Die Qualitätskriterien entsprechen denen des Sommerdurums.

Nur qualitativ hochwertiges Saatgut einsetzen
Sowohl für Sommer- als auch für Winterdurum ist die Bestandesetablierung die grundlegende Voraussetzung für sichere und stabile Erträge. Die geringe Bestockungsrate von 1 bis 1,5 verlangt eine hohe Pflanzenzahl/m². Eine Saatstärke von ca. 400–450 keimfähigen Körnern/m2 ist notwendig, um bei Sommerdurum 500–550 und bei Winterdurum 550–650 ährentragende Halme zur Ernte zu erreichen. Die Erzeugung von qualitativ hochwertigem Saatgut ist recht schwierig, denn das sehr harte Endosperm führt während des Mähdrusches schnell zu Rissen in der Samenschale. Zudem ist der exponiert liegende Keimling empfindlich für Beschädigungen. Nur Z-Saatgut sowie die Beizung des Saatgutes kann daher eine ausreichende Keimfähigkeit sicherstellen.

Ertragsfortschritt bei Winterdurum
Die Erträge der mehrjährig geprüften Sommerdurum-Sorten liegen innerhalb der Anbaugebiete relativ dicht beieinander. Die Sorten Rosadur und DURAMONTE weichen dabei deutlich nach unten bzw. oben ab.

Bei Winterdurum zeigt sich ein deutlicher Ertragsfortschritt. Auradur, 2004 zugelassen, erreicht ertraglich weniger als 95 % der Bezugsbasis, während die Erträge der 2011 zugelassenen Sorte WINTERGOLD 8 bis 13 % darüber liegen (Abb. 1).

Winterdurum Kornertrag 2010-2012
Winterdurum Kornertrag 2010-2012
Sowohl Sommer- als auch Winterdurum liegen im Ertragsniveau ca. 20 % unter den jeweiligen Weichweizenformen.

Das A und O: Qualitätssicherung
Besatz ist ein wichtiges Qualitätskriterium, eine Unkrautbekämpfung ist daher meist unerlässlich. Da Durum über eine geringere Standfestigkeit als Weizen verfügt, sind Maßnahmen zur Absicherung der Standfestigkeit auch bei den neueren Sorten obligatorisch. Der Einsatz eines Wachstumsreglers sollte möglichst früh, (BBCH 25) erfolgen, um eine Einkürzung der an sich schon kleinen Ähre zu vermeiden. Eine wichtige ertragssichernde Maßnahme ist die von der konkreten Befallssituation abhängige Behandlung von Blattkrankheiten. Gesunde Pflanzen sind auch besser in der Lage, den Bodenstickstoff aufzunehmen und zu verarbeiten. Bei Rohproteingehalten von über 14,5 % werden dem Boden ca. 3,3 kg Stickstoff je dt Erntegut entzogen. Die Teilung der notwendigen Stickstoffdüngermenge sichert eine kontinuierliche Versorgung der wachsenden Bestände. Ährenfusarium und damit die Bildung von Mykotoxinen muss verhindert werden. Die wirksamsten Maßnahmen sind ein schnelles und sicheres Trocknen des Erntegutes und optimale Lagerbedingungen.

Mit Produktionstechnik die Qualität steuern
Die Verwendung von Durum in der Teigwarenherstellung bringt eine Reihe sehr spezieller Qualitätsanforderungen mit sich. Der Einfluss der Sorte auf die Qualität schwankt in Abhängigkeit vom Merkmal von groß bis gering. Eine gezielte Produktionstechnik kann jedoch auf die einzelnen Qualitätsmerkmale einwirken.

Die Stickstoffdüngung beeinflusst den Rohproteingehalt unmittelbar. Bei Rohprotein-Gehalten unter 13,5 % nimmt der Anteil glasiger Körner ab. Um die Fallzahl abzusichern, ist Lager unbedingt zu vermeiden, damit regen- bzw. taunasse Bestände durchlüften können. Auch sollte die Ernte zeitig erfolgen. Glasigkeit: Trocken-heiße Bedingungen beim Übergang von der Gelb- zur Vollreife sind die Voraussetzung zur Verkittung von Stärke und Protein im Korn, die wiederum die gewünschte Glasigkeit hervorruft. Der Mähdrusch sollte mit der Vollreife beginnen, um die Qualität abzusichern, selbst wenn eine Trocknung notwendig würde.

Die Dunkelfleckigkeit wird durch Schwärzepilze hervorgerufen, wenn diese bis ins Korn vordringen. Auch lagernde Bestände oder verspätete Ernten, in Verbindung mit Feuchtigkeit, erhöhen die Gefahr der Dunkelfleckigkeit. Der Befall mit diesen Schwärzepilzen ist nicht zwangsläufig mit einem Verlust der Glasigkeit verbunden.

Sortenübersicht Sommer- und Winterdurum
Sortenübersicht Sommer- und Winterdurum
Der Gelbpigmentgehalt, verantwortlich für die Farbe des Grießes, ist in hohem Maß genetisch fixiert und damit nicht zu beeinflussen. Mit den aktuellen Sommer- und Winterdurumsorten lassen sich die hohen Qualitätsanforderungen erfüllen (Tab. 1).

Bei Winterdurum ist das höhere Ertragsniveau reizvoll, eine weitere Winterung muss aber in die Arbeitswirtschaft passen. Sommerdurum hat seine Vorzüglichkeit in Zuckerrüben-Fruchtfolgen bei Spätrodung und entzerrt Arbeitsspitzen.



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