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Was können Energierüben? - Reportage über eine besondere Rübentour

Studierende der Fachhochschule Soest bekommen mittels einer „Unternehmensbezogene Projektarbeit einen Einblick in die Tätigkeit von Unternehmen im Agrarbereich. Die Studentin Friederike Schürmann wählte für ihre Arbeit das hochaktuelle Thema Energierüben.

Futterrübenbestand
Futterrübenbestand
Das Saatzuchtunternehmen W. von Borries Eckendorf (WvB), als traditioneller Züchter von Futterrüben, hat bereits seit vielen Jahren Kontakt zu Biogasbetrieben, die mit steigender Zahl auch Eckendorfer Energierüben einsetzen. Exakte Versuchsergebnisse zum Leistungspotenzial von Rüben stehen bisher nur begrenzt zur Verfügung. Die Versuche befinden sich in der Regel in den klassischen Zuckerrübenregionen auf Gunststandorten. Die Vielzahl der Biogasanlagen steht jedoch in den Veredelungsregionen, in denen bis zu Ablösung durch den Mais, Rüben in der Fütterung eingesetzt wurden.

Um in diesem Zusammenhang Ergebnisse mit unterschiedlichen Typen von Energierüben zu gewinnen, entstand ein deutschlandweites Projekt. In Zusammenarbeit mit der FH Südwestfalen Agrarwirtschaft Soest und dem Pflanzenzüchter WvB koordinierte die Masterstudentin Friederike Schürmann Probeanbauten bei 11 Landwirten und Biogasanlagenbetreibern. Teilweise handelte es sich um Betriebe, die bislang keinerlei Erfahrungen mit dem Einsatz von Energierüben zur Vergärung in Biogasanlagen hatten und zunächst von der Idee eines Futterrübenanbaus überzeugt werden mussten. Die Aussaat auf den Betrieben und die anschließende Bestandesführung stellte kein Problem dar. Für den Sortenvergleich wurden mehrere Streifen in Praxisflächen angelegt.

Deutschlandweite Proberodungen
Dann begann die spannende Zeit der Ernte. Im Zeitraum August bis Oktober wurden an den Standorten vier Beerntungen durchgeführt. Zwischen den Ernteterminen wurde ein Abstand von zwei Wochen eingehalten. Für diese Proberodungen begab sich Frau Schürmann zusammen mit zwei Mitarbeitern von WvB auf eine Rübentour durch den Nordwesten Deutschlands, über Mecklenburg bis in die Oberpfalz und nach Bayern. Bei den Proberodungen wurde neben einer Ertragsermittlung (Frischmasse und Trockenmasse) auch eine Bestimmung des Erdanhangs der drei untersuchten Sorten durchgeführt. Über die vier Termine beobachtete die Erntegruppe einen deutlichen Ertragszuwachs im Vergleich zu den vorhergehenden Terminen. Gerade auf Grenzstandorten konnten einzelne Sortentypen ihre Vorteile ausspielen.

Attraktive Erträge mit Energierüben
Das Projekt hat gezeigt, dass aus dem Bereich der Futterrübengenetik hoch interessante Parameter eingebracht werden können, die das Segment der Energierüben bereichern. Insbesondere auf schwächeren Standorten können Energierüben attraktive Erträge liefern. Für eine abschließende Bewertung ist es aufgrund der einjährigen Ergebnisse jedoch noch zu früh. Gesicherte Daten sollen in einem Folgeprojekt gewonnen werden. Für die Ernte bieten diese Typen geringeren Erdanhang und höheren Bodensitz, was zum einen weniger zeit- und kostenintensive Nachreinigungen erfordert und zum anderen die notwendige Erdbewegung bei der Rodung reduziert.

Für die Zukunft ist seitens der FH Südwestfalen Agrarwirtschaft Soest und dem Pflanzenzüchter WvB, ein mehrjähriger Exaktversuch geplant, der alle marktbedeutenden Energierüben auf Grenzstandorten betrachten soll. An das Konzept dieses mehrjährigen Parzellenversuchs angegliedert ist auch der Vergleich zur Haupt-Energiefruchtart Mais.

B. Sc. Friderike Schürmann:


„Die Arbeit mit Rüben für Biogas hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht. Es ist sehr reizvoll ein aktuelles Thema zu bearbeiten und Trends zu begleiten. Die Mischung von praktischer Versuchsarbeit im Feld und anschließender Analyse im Labor kann ich mir sehr gut für meine berufliche Zukunft vorstellen.

Das Leistungsvermögen der Biogasrüben finde ich erstaunlich.“

F. Schürmann
F. Schürmann

Prof. Dr. Bernhard Carl Schäfer
„Als Fachhochschule sehen wir unsere Aufgabe vor allem auch in der wissenschaftlichen Begleitung von aktuellen Fragestellungen. Wir beobachten seit Längerem ein gesteigertes Interesse an Rüben für Biogasanlagen. Hierbei bereichern auch neue Energierüben das Sortiment. Der Pflanzenzüchtungsbetrieb W. von Borries-Eckendorf kam auf uns zu, um mit uns gemeinsam hier neue Erkenntnisse zu sammeln. Die Projektarbeit von Frau Schürmann bot sich für einen Einstieg sehr gut an. Wie wollen ein weiteres Projekt anschließen.“
Prof. Schäfer
Prof. Schäfer

Wolf-Friedrich von Dallwitz
„Seit 2011 betreiben wir in Eckendorf eine Biogasanlage mit zurzeit 1 MW el. Leistung. In der Winterration sind 50% Energierüben enthalten, die wesentlich zur gleichmäßigen Gasausbeute beitragen. Nach der Ernte können wir auf eine aufwändige Reinigung verzichten. Die Glattschaligkeit ist nicht nur im Hinblick auf die geringeren Erdfrachten in den Fermenter ein Argument, sondern leistet auch einen Beitrag zur besseren Hygiene auf der Anlage. Den Praxisversuch der FH Soest und WvB haben wir gerne unterstützt und nutzen die Ergebnisse für unsere Anbauentscheidungen.“
W. v. Dallwitz
W. v. Dallwitz

Frederik Schirrmacher, Saatzucht W. von Borries-Eckendorf



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