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Der Marktanteil mehrzeiliger Wintergerste nimmt in Bayern stetig zu und bewegt sich in einer Größenordnung von 10 % der gesamten Gerstenfläche. Grund dafür sind vor allem die etwa 10 % höheren Erträge gegenüber der Zweizeiligen. Auch bei der Resistenz gegen "nicht parasitäre Blattflecken", ein zunehmend wichtiges Kriterium bei der Sortenwahl, machen die meisten mehrzeiligen Gersten ein gutes Bild. Vor allem  die Sorte MERLOT besticht hier durch ihre Gesundheit.   

Schwächen wurden züchterisch erfolgreich bearbeitet. Dies gilt vor allem für die Standfestigkeit. Hier wird inzwischen die Stabilität der zweizeiligen Gerste erreicht. Auch bei der Kornqualität wurden deutliche Verbesserungen erzielt. Die Mehrzeilige lässt sich hier zwar nicht ganz mit der Zweizeiligen messen, jedoch sind die erhöhten Rohfasergehalte in der Fütterung nicht unerwünscht. In früheren Beiträgen und in den produktionstechnischen Hinweisen der Saaten Union wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich eine angepasste Produktionstechnik positiv in der  Kornausbildung auswirkt.

Exakte Mähdreschereinstellung für sauberen Drusch
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Druschfähigkeit und Entgrannung. Hier gibt Herr Rudolf Seidl, Lohnunternehmer aus Nittenau, wertvolle Hinweise. Er verzichtet bei seinen Mähdreschern auf Entgrannerbleche und montiert stattdessen in den ersten beiden Feldern des Dreschkorbes zwei alte Schlagleisten der Trommel . Die Richtung der Rillen müssen gegenläufig sein, um den Abrieb und damit die Entgrannung zu optimieren. Bei normaler Trommeldrehzahl und einem Korbabstand in Grundeinstellung bringt diese Bauweise eine etwas höhere Leistung bei deutlich schonenderem Drusch. Das Ergebnis ist eine saubere Druschware mit wenig Grannen und Bruchkorn. Zusätzlich leidet die Keimfähigkeit weniger stark unter der Druschbelastung. Für empfindlichere Getreidearten, wie Triticale, wirkt sich dies günstig aus und es kann in allen Getreidearten problemlos mit dieser Einstellung gedroschen werden.

Franz Unterforsthuber, Saaten-Union Fachberatung Süd- und Ostbayern

   


Stand: 18.01.2010

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